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Gigafactory nahe Berlin: Minister hält Teslas Zeitplan für ehrgeizig

Tesla müsse seine Unterlagen so einreichen, "dass auch eine schnellstmögliche Prüfung gegeben ist", meint Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach.

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Zufahrt zu A10 am Rand von Freienbrink in der Gemeinde Grünheide.

(Bild: dpa)

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Der Zeitplan für die geplante Fabrik des US-Elektroautoherstellers Tesla nahe Berlin ist nach Ansicht des Brandenburger Wirtschaftsministers Jörg Steinbach ehrgeizig. "Risiken in der absoluten Durchführung sehe ich ehrlich gesagt gar keine", sagte der SPD-Politiker der dpa. Die Frage sei, ob die Zeitachse, die Tesla sich vorgenommen habe, hundertprozentig tragen werde. Tesla müsse die Unterlagen "so vollständig und hoch qualitativ einreichen, dass auch eine schnellstmögliche Prüfung gegeben ist".

Tesla-Chef Elon Musk hatte das Projekt überraschend am Dienstagabend angekündigt. Die Gigafactory genannte Fertigungsstätte soll in Grünheide auf einer Industriefläche nahe der Autobahn 10 entstehen. Für die Entscheidung, Deutschland als Standort zu nehmen, spielte anscheinend auch das Bestreben Großbritanniens eine Rolle, die EU zu verlassen. Musk sagte laut dem britischen Magazin Auto Express, die Unwägbarkeiten des Brexit machten Großbritannien als Standort zu riskant.

Tesla plant laut Steinbach, dass die Bauarbeiten im ersten Quartal 2020 beginnen, Produktionsstart solle 2021 sein. Bis die von Brandenburg geplanten EU-Beihilfen genehmigt sind, wird voraussichtlich noch einige Zeit vergehen. "Nach üblichen Verfahren gehen wir von eineinhalb bis zwei Jahren aus", sagte Steinbach: "Dieses ist kein Geld, mit dem wir gewinkt haben und was die Entscheidung beeinflusst hat."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte der Passauer Neuen Presse, für Tesla sei wichtig, dass die Fabrik schnell errichtet werden könne und arbeitsfähig sei. Tesla habe keine konkreten finanziellen Unterstützungen beantragt, etwa im Bereich der Batteriezellenproduktion. Auf die Milliarden-Förderung für die Entwicklung und Produktion von Batterien in Europa werde wegen der Tesla-Ansiedlung nicht verzichtet, betonte Altmaier. In Deutschland und den europäischen Ländern gebe es rund 40 Unternehmen, die sich daran beteiligten: "Diese europäischen Förderprogramme werden selbstverständlich wie vorgesehen realisiert, denn wir brauchen eigenes Know-how für innovative und umweltfreundliche Batterien."

Teslas Modellpalette (23 Bilder)

Der Roadster war Teslas erstes Serienauto, das neue Modell soll 2020 auf den Markt kommen.
(Bild: Tesla)

Die Fabrik könnte nach Angaben aus Berlin und Brandenburg bis zu 8000 Arbeitsplätze bringen. Auch ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin ist geplant. Standort und Zahl der neuen Arbeitsplätze dort sind noch unklar. Wichtig sei die Grundsatzentscheidung für den Produktions- und Innovationsstandort Berlin-Brandenburg, sagte Müller am Rande der Berliner Märchentage im Roten Rathaus. Jetzt würden Berlin und Brandenburg noch viele Einzelheiten mit Tesla verhandeln. (anw)