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Gigahertz-Pentium III nur heiße Luft

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Intels heißestes Eisen im Prozessormarkt, der vorige Woche eingeführte Pentium III mit 1 GHz Taktfrequenz, ist in Europa noch nicht in Sicht. Die von Intel genannten "limited Quantities" liegen hier offenbar bei Null.

Die deutsche Intel-Filiale etwa hat keinen einzigen Gigahertz-Prozessor für Testzwecke zur Verfügung. Unisono klingt es auch aus den Reihen der PC-Häuser: Nicht einmal in den Labors habe man hier einen GHz-Pentium III, verlautete von HP in Böblingen. Frühestens Anfang April könne man mit ersten Systemen in Europa aufwarten, teilte Dell mit. "Nichts zu machen" war die auch lapidare Auskunft bei IBM. Intel-Konkurrent AMD hingegen konnte bereits am Tage der Vorstellung stabil laufende 1-GHz-Testsysteme ausliefern.

Intels "Launch-Partner" demgegenüber scheinen noch weit davon entfernt zu sein, mit funktionierenden Systemen aufwarten zu können. Ein Grund dafür dürfte auch in der aufwendigen Kühlung zu suchen sein, die der Prozessor erfordert. Denn nach Intels Spezifikationen darf das heiße Eisen keineswegs so heiß werden wie bisher üblich: Laut Datenblatt ist nur noch eine Sperrschichttemperatur von maximal 60°C erlaubt (gegenüber 80°C beim Pentium III-800). Diese Obergrenze einzuhalten, stellt eine erhebliche Herausforderung an die Kühlung dar. Bei Dell etwa wird man erst die Bestückungsautomaten für die Prozessoren umrüsten müssen, damit sie mit den speziellen Kühlsystemen hantieren können.

Und so bleibt aus europäischer Sicht bisher nur die Erkenntnis: Intels Gigahertz-Prozessor ist erst einmal nur heiße Luft und die frühe Vorstellung entpuppt sich als PR-Show offenbar mit dem Hauptzweck, AMD durch (vermeintlich) günstigere Preise den Markt zu vermiesen. (as)

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