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Gigaset: Positive Signale, aber weitere Verluste

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Der Telefonhersteller Gigaset hält nach einer Atempause über die Sommermonate auch für das kommende Jahr nach Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau. Man sei dazu in Gesprächen mit dem Bankenkonsortium, das dem Unternehmen bereits für die saisonal schwierigen Sommermonate eine Brückenfinanzierung von 10,4 Millionen Euro gewährt hat, sagte Finanzvorstand Alexander Blum am Mittwoch. Es komme aber auch der Einstieg eines Investors infrage. "Wir halten uns nach wie vor alle strategischen Optionen offen."

Im zweiten Quartal weitete das Unternehmen mit zuletzt noch rund 1400 Beschäftigten die Verluste aus. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag im fortzuführenden Geschäft von 9,4 Millionen Euro, nach minus 3,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg dagegen auch dank Zuwächsen bei Geschäftskunden von 93,4 auf 96,8 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte das Unternehmen von 0,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 6,4 Millionen Euro steigern. Gigaset-Chef Charles Fränkl sprach von einem positiven Signal. "Das Effizienzprogramm greift. Neue Produkte sind fertiggestellt und stehen kurz vor dem kommerziellen Start."

Gigaset will mit einem Sparprogramm und neuen Produkten die Wende schaffen. Dazu gehören unter anderem eine neue Lösung für das vernetzte Zuhause, aber auch eine Babyphone-Reihe sowie zwei Android-basierte Telefone, die in der Bedienung Smartphones ähneln. Der Markt für klassische Schnurlos-Festnetztelefone bleibe derweil weiter stark unter Druck, erklärte das Unternehmen. Zwar habe Gigaset den Marktanteil ausbauen können, doch schrumpften im Gesamtmarkt die Zahl der verkauften Einheiten und der Umsatz jeweils prozentual zweistellig. (sybe)