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Gigaset kappt die Jahresprognose

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Nach vorläufigen Zahlen wird die Gigaset AG im zweiten Quartal 2012 einen Umsatz von 93,4 Millionen Euro erzielen und damit knapp unter dem Niveau der Vergleichsperiode 2011 bleiben (95,4 Millionen Euro). Der Vorsteuergewinn (EBITDA) werde gegenüber dem Vorjahresquartal jedoch deutlich einbrechen, auf nur gut 10.000 Euro. Im zweiten Quartal 2011 hatte Gigaset noch ein EBITDA von 11,23 Millionen Euro ausweisen können, das allerdings von Einmaleffekten positiv geprägt war. Das Gesamtgeschäftsjahr 2011 bescherte dem Hersteller erstmals wieder schwarze Zahlen, trotz massiv zurückgegangenem Umsatz. Die anhaltenden Bemühungen um den Ausbau der Marktanteile und Investitionen für den Vorstoß in neue Geschäftsfelder werden nach Konzernaussage aber auch weiterhin das Ergebnis belasten. Ein profitables Wachstum erwartet Gigaset frühestens im Geschäftsjahr 2014.

Derweil belastet die Eurokrise das laufende Geschäft zunehmend. So seien insbesondere die für Gigaset wichtigen südeuropäischen Märkte wie Italien und Spanien durch erhebliche Kaufzurückhaltung seitens der Verbraucher geprägt. Aber auch in Deutschland dämpfe die schwächelnde Konjunktur inzwischen das Konsumklima spürbar. Der Hersteller senkt aus diesem Grund seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz 2012 werde "im einstelligen Prozentbereich" sinken. Das EBITDA werde deutlich unter dem Vorjahreswert bleiben – im einstelligen Millionenbereich. Zumal auch die Euroschwäche gegenüber dem Dollar Gigaset zu schaffen macht, weil der Hersteller überwiegend in der US-Währung einkaufen muss.

Den auf jeden Fall negativen Free-Cashflow will das Unternehmen zumindest im niedrigen zweistelligen Millionenbereich halten. Gigaset müsse im laufenden Jahr aber trotz rückläufiger Einnahmen weiter investieren und den Unternehmensumbau gemäß der Strategie "Gigaset 2015" konsequent fortführen. Neben dem klassischen Verbrauchergeschäft mit Schnurlostelefonen will sich der Hersteller unter der Leitung von Vorstandschef Charles Fränkl noch stärker auf gewerblichen Kunden sowie den Bereich Home Networks konzentrieren. Als Nachfolgegesellschaft der Beteiligungsfirma Arques Industries hatte sich Gigaset auf die Rolle des Telefongeräteproduzenten fokussiert. Dabei baute der Hersteller auf dem Kern der ehemaligen Telefongerätesparte von Siemens auf, die Arques 2008 mehrheitlich von dem Großkonzern übernommen hatte. (map)