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Gitarren-Pionier Gibson ist insolvent

Der US-Instrumentenbauer hat in den vergangenen Jahren im Bereich Unterhaltungselektronik zugekauft und sich damit übernommen. Jetzt soll das belastende Geschäft wieder abgewickelt werden, die Gitarren bleiben.

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Gitarren-Pionier Gibson ist insolvent

Gibson auf der CES 2015

(Bild: Gibson)

Der US-Instrumentenhersteller Gibson ist zahlungsunfähig und will sich im Rahmen eines Insolvenzverfahrens neu aufstellen. Dabei will Gibson Brands, wie die Muttergesellschaft heißt, vor allem den von Philips übernommenen Bereich für Unterhaltungselektronik abwickeln. In Zukunft soll sich das Unternehmen wieder auf das alte Kerngeschäft mit Musikinstrumenten und professioneller Musikelektronik konzentrieren.

Der Traditionshersteller, der für seine E-Gitarren und Verstärker weltberühmt ist, hatte für die Unterhaltungssparte des Philips-Konzerns 2014 rund 135 Millionen US-Dollar bezahlt. Zuvor hatte sich das Unternehmen am japanischen Elektronikhersteller Onkyo beteiligt und die Mehrheit an Teac übernommen.

An Philips überhoben

An der Philips-Übernahme hat sich Gibson überhoben: Trotz einem Jahresumsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar droht das Unternehmen unter einer Schuldenlast von rund einer halben Milliarde US-Dollar zu zerbrechen. Gibson sucht jetzt die Rettung im Gläubigerschutzverfahren, weil im laufenden Jahr einige Anleihen fällig werden und Gibson die Gläubiger nicht auszahlen kann.

Mit dem Investor KKR soll jetzt die Restrukturierung gelingen. Gibson-CEO Henry Juszkiewicz und Präsident David Berryman bleiben an Bord und sollen den Sanierungsplan durchführen. Im Hintergrund dürfte allerdings KKR die Fäden ziehen. Der Finanzinvestor gehört zu den Gläubigern, die jetzt noch einmal 135 Millionen US-Dollar nachschießen, um das laufende Geschäft während der Sanierung zu sichern.

„Wir glauben, dass sich das Unternehmen durch die Entscheidung, uns wieder auf unser Kerngeschäft mit Musikinstrumenten zurückzubesinnen, sowie durch die substanzielle Unterstützung unserer Anleiheinhaber langfristig wieder stabilisiert und finanziell gesundet”, sagte Juszkiewicz.

Mitarbeiter in Deutschland

Die von der Schließung betroffene Tochter Gibson Innovation hat ihre Niederlassungen hauptsächlich in Europa. Auch in Deutschland hat das Unternehmen noch Mitarbeiter. Gibson Innovations hat unter anderem Kopfhörer der Marke Philips sowie DJ-Elektronik und Zubehör hergestellt und vertrieben.

Das Geschäft mit Musikinstrumenten und professioneller Audioausrüstung soll weitergeführt werden. Dazu zählt die 1902 gegründete Gibson Guitar Corporation mit Gitarren, E-Gitarren und Verstärkern. Zum weitergeführten Bereich gehören auch die Traditionsmarken Epiphone (Gitarren) und Oberheim (Synthesizer und Effektgeräte) sowie die Studiolautsprechermarken KRK und Cerwin Vega. (vbr)

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