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Gläserne Bus- und Bahnfahrer

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T-Systems hat für öffentliche Verkehrsunternehmen ein elektronisches Ticketing-System entwickelt, das bundesweit die herkömmlichen Fahrscheine ersetzen könnte. Fahrgäste sollen dazu künftig Kundenkarten mit RFID-Chips erhalten, die eine eindeutige Identifizierung erlauben. Lesegeräte in den Fahrzeugen erfassen diese Daten beim Ein- und Aussteigen -- automatisch und kontaktlos. Das System ermittelt so die zurückgelegte Strecke und den Fahrpreis unter Berücksichtung von Weiterfahrten beim Umsteigen. Der Fahrgast muss die Karte dabei nicht aus der Tasche nehmen.

Ziel ist eine einheitliche Erfassung und bargeldlose Abrechung der Fahrtkosten. Der Fahrgast bekommt lediglich eine Rechnung von dem Verkehrsbetrieb, der ihm seine Karte ausgehändigt hat. Anhand der gesammelten Datensätze rechnen die Verkehrsbetriebe dann untereinander ab. Als Vorteil für die Unternehmen nennt T-Systems auch die Fälschungsssicherheit der Online-Tickets.

T-Systems engagiert sich bei dem vom Bund geförderten Projekt VDV-Kernapplikation, das einen bundesweiten Standard für Ticketing-, Fahrpreiserfassungs- und Abrechnungssysteme zum Ziel hat. Ihm gehören mehr als 150 Verkehrsverbünde und -unternehmen an, darunter auch die Deutsche Bahn.

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Fahrgäste bereit sind, dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ihre Bewegungsprofile anzuvertrauen. Immerhin trügen sie eine kontaklos auslesbare Chipkarte mit sich herum, anhand derer sie womöglich auch außerhalb von Bus und Bahn unbemerkt erfasst werden könnten. (ad)

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