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Glasfaser Nordwest: Joint Venture von Telekom und EWE legt los

Nachdem das Kartellamt grünes Licht gegeben hat, ist das Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und EWE nun offiziell gegründet worden.

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Stephan Dohler (EWE) und Dirk Wössner (Telekom) im März 2019 bei der Vertragsunterzeichnung für das Gemeinschaftsprojekt.

(Bild: EWE)

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Die Deutsche Telekom und der Regionalanbieter EWE haben am Mittwoch die Gründung des Joint Venture "Glasfaser Nordwest" offiziell vollzogen. Das in Oldenburg angesiedelte Unternehmen soll Glasfasernetze in der Region ausbauen und so bis zur 1,5 Millionen Haushalte und Firmen mit Glasfaseranschlüssen (FTTH) versorgen.

Kurz vor dem Jahreswechsel hatte das Bundeskartellamt die seit über zwei Jahren geplante Zusammenarbeit abgenickt. "Glasfaser Nordwest" soll in Oldenburg rund 35 Mitarbeiter haben. Als Geschäftsführer von Glasfaser Nordwest wurden Christoph Meurer (EWE) und Oliver Prostak (Telekom) berufen.

"Wir werden nun den Spaten in die Hand nehmen und anfangen, auszubauen", sagte Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner am Mittwoch. Insgesamt wollen die Partner in den nächsten zehn Jahren bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Gewerbe im Nordwesten mit Glasfaser erschließen und dafür rund 2 Milliarden Euro in die Hand nehmen.

Losgehen soll der Ausbau in Vechta, Belm und Cloppenburg, wie am Mittwoch bekannt wurde. Danach folgen unter anderem Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Stadte und der neue Hauptsitz Oldenburg. In Nordrhein-Westfalen ist Emsdetten dabei. Bis zum Ende des Jahres sollen den Plänen zufolge bereits Zehntausende Standorte ans Glasfasernetz angeschlossen sein, hieß es am Mittwoch.

Die Partnerunternehmen hatten sich gegenüber dem Bundeskartellamt unter anderem verpflichtet, dass Wettbewerber die Leitungen zu gleichen Konditionen nutzen dürfen. Glasfaser Nordwest wird selbst keine Anschlüsse vermarkten und eigene Endkunden haben. Kunden schließen ihre Zugangsverträge mit der Telekom, EWE oder einem Wettbewerber ab.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), Stephan Albers, begrüßte den Zusammenschluss mit dem Hinweis, den Ausbau könne in Deutschland niemand alleine stemmen. "Das Motto muss lauten: Kooperationen beim Glasfaserausbau anstelle von volkswirtschaftlich unsinnigem Überbau", sagte Albers. Für den Bonner Telekommunikationskonzern dient EWE deshalb auch als Modellprojekt. "Wir als Telekom sind auf der Suche nach Partnern, mit denen wir das stemmen können", kündigte Wössner an. (Mit Material der dpa) / (vbr)