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Glenn Greenwald: Snowden-Reporter verlässt den Guardian

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Mit den Enthüllungen über die totale Kommunikationsüberwachung durch die NSA und andere westliche Geheimdienste anhand der Dokumente von Edward Snowden hat der Journalist Glenn Greenwald weltweite Bekanntheit erreicht. Nun verlässt er die britische Zeitung The Guardian und wechselt zu einem noch unbekannten Dienst, der offenbar von eBay-Gründer Pierre Omidyar auf die Beine gestellt wird. In einem Statement erklärte Greenwald, ihm biete sich eine Gelegenheit, die nur einmal im Leben komme. Die Berichte über Omidyars Beteiligung wurden bislang nicht bestätigt.

Der NSA-Whistleblower Edward Snowden hatte sich Anfang des Jahres an Greenwald gewandt, damit der ausgewählte Dokumente veröffentlicht, die die Ausmaße der weltweiten Überwachung beleuchten. Seit Anfang Juni hatten Greenwald und der Guardian dann eine führende Rolle bei den Enthüllungen inne, auch wenn andere Medien wichtige Teile beitrugen. Der Guardian lobte nun auch die Zusammenarbeit mit ihm und wünschte ihm öffentlich alles Gute. Gegenüber Buzzfeed sagte Greenwald, bei dem neuen Medium werde er die journalistische Ausrichtung bestimmen und Redakteure sowie Autoren aussuchen.

Auch wenn es noch keine Bestätigung dafür gibt, dass Omidyar hinter dem neuen Engagement des Enthüllungsreporters steckt, hatte Buzzfeed bereits aufgezeigt, wie stark der Milliardär in den vergangenen Wochen dessen Arbeit öffentlich begrüßt hat. Auch Greenwald persönlich lobte er immer wieder. Seit 2010 betreibt Omidyar bereits die Plattform Honolulu Civil Beat für investigative Reportagen in Hawaii. Nun scheint er einen größeren Schritt in Richtung Journalismus zu wagen und folgt damit etwa Amazon-Gründer Jeff Bezos, der vor wenigen Wochen die Washington Post gekauft hat, eine Zeitung, die sich ebenfalls an den Snowden-Enthüllungen beteiligt hat. (mho)