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Globaleaks: Whistleblowing für alle

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Whistleblower haben in den vergangenen Monaten für Aufsehen gesorgt. Die Veröffentlichung der US-Botschaftsdepeschen durch Wikileaks und die Enthüllung der aktuellen Geheimdienstaffäre gehen auf einzelne Informanten zurück. Doch die Schicksale von Chelsea Manning (früher: Bradley Manning) und Edward Snowden schrecken mögliche Whistleblower eher ab. Auf einer Konferenz der Piratenpartei am Samstag in Germering bei München ging es neben dem Datenschutz auch um die Frage, wie die Anonymität und damit Sicherheit eines Informanten gewährleistet werden kann.

Arturo Filastò stellt bei den Piraten das Projekt GlobaLeaks vor.

(Bild: heise online/C. Jopp)

An der Lösung dieses Problems arbeitet das „Hermes Center for Transparency and Digital Human Rights“ mit dem ersten quelloffenen Whistleblowing-Framework GlobaLeaks. Hierbei handelt es sich nicht um einen WikiLeaks-Ersatz, sondern um ein Framework, das auch technisch weniger Versierten ermöglichen soll, eine Leak-Infrastruktur aufzubauen. Eine Vielzahl von Leak-Plattformen soll dazu führen, dass es mehr regionale Möglichkeiten des Whistleblowing gibt. Viele lokal relevante Informationen seien über die Region hinaus uninteressant und würden auf zentralen Leak-Plattformen untergehen, erläuterte Hermes-Mitgründer und Entwickler Arturo Filastò.

GlobaLeaks lasse sich für verschiedene Einsatzarten flexibel anpassen, führte Filastò aus. So kann es entweder einen vom Nachrichten-Empfänger unabhängigen Administrator geben oder nicht. Es lassen sich auch mehrere Empfänger einrichten und der Informant wählt aus, wem er vertraut. Auch können sogenannte „Reporter“ zwischengeschaltet werden, die die Informationen auf ihre Plausibilität hin prüfen. Für die Anonymität der Informanten nutzt GlobaLeaks "Hidden Services" im TOR-Netzwerk.

Mehr anonyme Briefkästen

(Bild: CC-BY-2.0, basheertome )

Obwohl GlobaLeaks erst im Alpha-Stadium vorliegt, wird es bereits von einigen lokalen Organisationen verwendet. Für die fertige Fassung schwebt den Entwicklern eine Datei vor, die jeder Nutzer ohne Vorwissen auf einem Desktop ausführen kann, um eine vorkonfigurierte Leaks-Plattform zu installieren. Die Frage, was GlobaLeaks von Konkurrenzprojekten wie OpenLeaks des deutschen Ex-Wikileaks-Mitstreiters Daniel Domscheit-Berg unterscheide, beantwortete Filastò mit: „Dass ich von OpenLeaks noch keinen Quellcode gesehen habe“. (vbr)

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