Gmail für Android zeigt auch automatisch HTML-Bilder an

Wie Googles Webmailer stellt nun auch die Gmail-App für Android per Voreinstellung externe Grafiken in HTML-Mails über einen Google-Proxy dar. Die Problematik beim Datenschutz bleibt bestehen.

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Von
  • Herbert Braun

Derzeit aktualisiert Google seine Gmail-Anwendung für Android auf Version 4.7.2. Wichtigste Neuerung ist die voreingestellte Darstellung von Grafiken, die in HTML-Mails von extern eingebunden sind. Vor vier Wochen hatte Google dieses Feature in seinem Webmail-Client eingeführt – und dabei auch Kritik von Anwendern zu hören bekommen.

Google entschärft das Missbrauchspotenzial solcher externer Grafiken, indem es sie über einen cachenden Proxy ausliefert. Statt von der Originaladresse serviert Gmail das Bild von einem Google-Server aus. Damit könnte Google das Tracking durch Grafiken und unsichtbare "Web-Bugs" aus der Welt schaffen und die Bilder trotzdem anzeigen. Allerdings speichert Gmail die Bilder erst zwischen, wenn der Anwender die Mail öffnet, sodass der Absender indirekt eine Empfangsbestätigung erhält.

Nach Informationen von TechCrunch können Vermarkter nun sogar nachvollziehen, wenn der Empfänger die Mail geöffnet hat, ohne die Bilder zu laden. Eine Verbesserung in Sachen Datenschutz bringt die Gmail-Neuerung nur in der Hinsicht, dass der Absender keine IP-Adresse des Empfängers lesen kann. Da Bild-URLs in Newslettern in der Regel mit eindeutigen IDs gekennzeichnet sind, die sich Empfänger-Adressen zuordnen lassen, ist das ein schwacher Trost.

Einstellungsdialog in Googles Webmailer

Das automatische Laden der Bilder in Gmail lässt sich über die Einstellung der App beziehungsweise des Webmailers abstellen. Allerdings scheint dies in Sachen Datenschutz keinen Unterschied zu machen. (mho)