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Gnadenfrist für VHS

Die Zeit für analoge Videobänder läuft ab: Noch in diesem Sommer werden rund 90 Prozent der Umsätze von Videotheken auf DVDs entfallen und nur noch zehn Prozent auf VHS-Kassetten, teilt der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) in Hamburg mit. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Umsätzen mit Kauf-DVDs und -Kassetten. Die DVDs legten im vergangenen Jahr um 48 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro zu, während der Umsatz aus dem Verkauf von VHS-Kassetten um 39 Prozent auf 200 Millionen Euro gesunken ist.

Die digitale DVD löst die VHS-Videokassette zügig als Speichermedium für Filme ab: Noch 1999 spielte die DVD kaum eine Rolle, inzwischen aber steht in jedem zweiten Haushalt ein DVD-Player, so Verbandsvorstand Joachim A. Birr. Im laufenden Jahr sei damit zu rechnen, dass der Umsatz aus dem Verkauf von DVDs und VHS-Kassetten auf 1,4 Milliarden Euro steigen wird, wovon 1,25 Milliarden Euro auf DVDs und 150 Millionen Euro auf VHS entfallen (Quelle: GfK). Während ansonsten neue Techniken im Bereich der Konsumelektronik zuerst von jungen männlichen "Early Adopters" angeschafft werden, liege das bei der DVD anders: Die einfache Handhabung weiß auch das ältere und weibliche Publikum zu schätzen. Insgesamt erreichte die Branche mit der Vermietung und dem Verkauf von Bildtonträgern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,56 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von elf Prozent und liegt fast doppelt so hoch wie der Umsatz der Kinos von 846 Millionen Euro. (cm)

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