GoPro weiter auf Talfahrt, Käufer gesucht

Der Actioncam-Pionier GoPro gerät immer stärker in die Krise. Im eigentlich gewinnbringenden Weihnachtsquartal fiel der Umsatz erneut drastisch.

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GoPro

(Bild: dpa, Patrick Seeger)

Von
  • Oliver Bünte

Der Actioncam-Spezialist GoPro verzeichnete im letzten Geschäftsquartal im Jahresvergleich einen Umsatzverlust von 38 Prozent auf knapp 335 Millionen US-Dollar. Damit unterbot das Unternehmen sogar seine bereits auf 340 Millionen US-Dollar reduzierte Prognose. GoPro hatte im letzten Jahr das Drohnengeschäft aufgegeben und 100 Mitarbeiter entlassen. Den Preis seines aktuellen Actioncam-Modells Hero6 musste der Hersteller von 100 auf 399 US-Dollar senken, um mit günstigen Actioncams aus Fernost mithalten zu können.

Der Verlust beläuft sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 56 Millionen US-Dollar, im Vorjahr hatte er noch 116 Millionen betragen. Damit würden die bisherigen Sanierungsbemühungen greifen, sagte das Unternehmen. Die Kosten hätten im vergangenen Jahr um ein Drittel reduziert werden können. Dazu musste allerdings auch ein Fünftel der Beschäftigen das Unternehmen verlassen.

Als weiteres Standbein zum Verkauf von Actioncams setzt der Hersteller für die Zukunft auf sein Abo-Modell GoPro Plus. Es umfasst einen Austausch beschädigter Geräte auch bei Eigenverschulden. Dazu muss allerdings neben einer monatlichen Abo-Gebühr eine Austauschgebühr bezahlt werden. Dieser Service ist momentan nur für den US-Markt erhältlich. Das Abo umfasst zusätzlich einen Cloud-Service, um Videos und Fotos speichern zu können. Diese Funktion ist auch im europäischen Plus-Abo verfügbar.

An den Erfolg seiner Bemühungen scheint GoPro allerdings selbst nicht mehr so ganz zu glauben. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll sich das Unternehmen derzeit nach einem möglichen Käufer umsehen. Der Wert des Unternehmens liegt bei etwa einer Milliarde US-Dollar.

Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen fiel der Wert der GoPro-Aktie im nachbörslichen Handel um vier Prozent auf wenig mehr als fünf US-Dollar. Die Aktie hatte ihren höchsten Wert im Jahr 2014 erreicht. Damals kostete sie 90 US-Dollar. (olb)