Menü

Google AMP ohne Google-URLs

Webseiten, die das umstrittene Projekt für bessere Mobilgeräte-Performance nutzen, sollen mittelfristig wieder über ihre eigene Adresse in der Google-Suche erscheinen.

Google AMP ohne Google-URLs

(Bild: dpa, Rolf Vennenbernd)

Googles Projekt AMP, das Webseiten auf Mobilgeräten beschleunigt, will künftig die ursprüngliche Anbieter-URL der damit erstellten Seiten aufrufen. Bisher öffnet die Google-Suche AMP-Seiten unter einer mit https://google.TLD/amp/ beginnenden Adresse. "Wir wissen, dass das nicht ideal ist", schreibt AMP-Technikchef Malte Ubl in einem Blogpost: "Dazu bekommen wir sicherlich am meisten Rückmeldung über AMP."

Deshalb arbeitet die AMP-Arbeitsgruppe an einer Lösung, mit der weiterhin das Performance-steigernde Pre-Rendering möglich ist: Der in Entwicklung befindliche Webstandard Web Packaging soll unter anderem cachenden Webdienstes Privilegien einräumen, die sonst nur die Ursprungsseite besitzt, und so den Umweg über die Google-URL unnötig machen.

Anzeige

Web Packaging hat darüber hinaus noch mehrere weitere Anwendungsbereiche, etwa die Nutzung von Webinhalten ohne Internetverbindung, das Bündeln von Ressourcen oder JavaScript-Modularisierung. Der vom W3C geplante Standard wird maßgeblich von Google vorangetrieben. Bis die Google-URLs in AMP Geschichte sind, wird aber noch einige Zeit vergehen: Ubl rechnet in der zweiten Jahreshälfte damit; interne Prototypen auf Chrome-Basis gebe es bereits.

Zwecks Performance-Steigerung nutzt AMP Pre-Rendering, also das Laden und Aufbauen der Seite, bevor der Nutzer sie aufruft. Aus Gründen des Datenschutzes sei es nicht möglich, dabei direkt die Seite des Anbieters anzusprechen, denn dieser könne so indirekt von den Sucheingaben des Nutzers erfahren. Dieses in sich plausible Argument wirkt allerdings ein wenig überraschend, wenn man die Menge an Daten in Betracht zieht, die durch die Nutzung von AMP bei Google auflaufen – nicht zuletzt durch das auf jeder AMP-Seite eingebundene, zwangsweise bei Google gehostete JavaScript. Weitere Details zu den Google-URLs erläuterte das Unternehmen bereits letztes Jahr. (Herbert Braun) / (dbe)

Anzeige