zurück zum Artikel

Google AMP: Webseiten-Beschleuniger verlinkt aufs Original

Google AMP verlinkt aufs Original

Mobile Nutzer der Google-Suche bekommen AMP-Seiten wieder unter der Original-URL zu sehen – dank der dafür erfundenen Technik SXG.

Die Macher von AMP (Accelerated Mobile Pages) haben bei Links von der Google-Suche nachgebessert. Während die Suchmaschine bisher unter einer mit google.com/amp/ beginnenden URL zu AMP-Websites weiterleitete, adressiert sie nun wieder die Original-URL – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

AMP ist eine Technik für die Beschleunigung mobiler Websites. Einer ihrer Hauptbestandteile ist ein bei Google gehosteter Cache, mit dessen Hilfe Google-Produkte wie die Suchmaschine Suchtreffer-Seiten extrem schnell (meist unter einer Sekunde) laden können. Die Betreiber von AMP-Seiten erkaufen sich diesen Vorteil allerdings damit, dass ihre Inhalte auf Mobilgeräten nicht vom eigenen Server geladen werden, sondern im "AMP Viewer" der Google-Suchmaschine erscheinen.

Wegen der Unzufriedenheit der AMP-Partner darüber arbeiten die Entwickler seit geraumer Zeit [1] an Nachbesserungen. Ein weiterer Grund sind die Bestrebungen des AMP-Projekts, sich von Google abzunabeln [2] und AMP zu einem offenen Webstandard weiterzuentwickeln. Details zu den aktuellen Änderungen beschreiben Devin Mullins und Greg Rogers im offiziellen Google-Blog [3].

Um den kompromisslos schnellen Datenabruf von der Original-Domain sicherzustellen, setzt das AMP-Projekt auf Webpackage [4] (nicht zu verwechseln mit dem Modul-Bundler webpack [5]). Dabei handelt es sich um ein experimentelles Technologiebündel aus der Web Incubator Community Group [6] (WICG) des W3C, an der Google-Mitarbeiter maßgeblich beteiligt sind; auch die Internet-Standardisierungsorganisation IETF ist involviert.

Webpackage ermöglicht vor allem Signed HTTP Exchanges [7] (SXG). Damit spricht eine Website einer anderen volles Vertrauen aus, sodass beispielsweise Cookies über Domain-Grenzen hinweg funktionieren. Website-Betreiber können diese Technik ab sofort einsetzen [8].

Aktuelle Browser auf Chromium-Basis unterstützen SXG bereits. Mozilla hingegen hält davon überhaupt nichts [9]. Firefox-Nutzer werden daher bei AMP-Seiten auf dem Mobilgerät weiterhin zu google.com/amp/ weitergeleitet.

Möglicherweise wird auch Microsofts Suchmaschine Bing SXG nutzen. Bing betreibt seit einem halben Jahr einen eigenen AMP-Cache [10] und steht Gerüchten zufolge SXG positiv gegenüber. Microsofts Browser Edge wird die Technik nach der Umstellung auf Chromium ohnehin beherrschen. (dbe [11])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4402167

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/Google-AMP-ohne-Google-URLs-3937243.html
[2] https://www.heise.de/meldung/AMP-nabelt-sich-von-Google-ab-4168967.html
[3] https://webmasters.googleblog.com/2019/04/instant-loading-amp-pages-from-your-own.html
[4] https://github.com/WICG/webpackage
[5] https://webpack.github.io/
[6] https://wicg.github.io/admin/charter.html
[7] https://wicg.github.io/webpackage/draft-yasskin-http-origin-signed-responses.html
[8] https://amp.dev/documentation/guides-and-tutorials/optimize-and-measure/signed-exchange
[9] https://mozilla.github.io/standards-positions/
[10] https://blogs.bing.com/Webmaster-Blog/September-2018/Introducing-Bing-AMP-viewer-and-Bing-AMP-cache
[11] mailto:dbe@ct.de