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Google AMP: Webseiten-Beschleuniger verlinkt aufs Original

Mobile Nutzer der Google-Suche bekommen AMP-Seiten wieder unter der Original-URL zu sehen – dank der dafür erfundenen Technik SXG.

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Die Macher von AMP (Accelerated Mobile Pages) haben bei Links von der Google-Suche nachgebessert. Während die Suchmaschine bisher unter einer mit google.com/amp/ beginnenden URL zu AMP-Websites weiterleitete, adressiert sie nun wieder die Original-URL – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

AMP ist eine Technik für die Beschleunigung mobiler Websites. Einer ihrer Hauptbestandteile ist ein bei Google gehosteter Cache, mit dessen Hilfe Google-Produkte wie die Suchmaschine Suchtreffer-Seiten extrem schnell (meist unter einer Sekunde) laden können. Die Betreiber von AMP-Seiten erkaufen sich diesen Vorteil allerdings damit, dass ihre Inhalte auf Mobilgeräten nicht vom eigenen Server geladen werden, sondern im "AMP Viewer" der Google-Suchmaschine erscheinen.

Wegen der Unzufriedenheit der AMP-Partner darüber arbeiten die Entwickler seit geraumer Zeit an Nachbesserungen. Ein weiterer Grund sind die Bestrebungen des AMP-Projekts, sich von Google abzunabeln und AMP zu einem offenen Webstandard weiterzuentwickeln. Details zu den aktuellen Änderungen beschreiben Devin Mullins und Greg Rogers im offiziellen Google-Blog.

Um den kompromisslos schnellen Datenabruf von der Original-Domain sicherzustellen, setzt das AMP-Projekt auf Webpackage (nicht zu verwechseln mit dem Modul-Bundler webpack). Dabei handelt es sich um ein experimentelles Technologiebündel aus der Web Incubator Community Group (WICG) des W3C, an der Google-Mitarbeiter maßgeblich beteiligt sind; auch die Internet-Standardisierungsorganisation IETF ist involviert.

Webpackage ermöglicht vor allem Signed HTTP Exchanges (SXG). Damit spricht eine Website einer anderen volles Vertrauen aus, sodass beispielsweise Cookies über Domain-Grenzen hinweg funktionieren. Website-Betreiber können diese Technik ab sofort einsetzen.

Aktuelle Browser auf Chromium-Basis unterstützen SXG bereits. Mozilla hingegen hält davon überhaupt nichts. Firefox-Nutzer werden daher bei AMP-Seiten auf dem Mobilgerät weiterhin zu google.com/amp/ weitergeleitet.

Möglicherweise wird auch Microsofts Suchmaschine Bing SXG nutzen. Bing betreibt seit einem halben Jahr einen eigenen AMP-Cache und steht Gerüchten zufolge SXG positiv gegenüber. Microsofts Browser Edge wird die Technik nach der Umstellung auf Chromium ohnehin beherrschen. (dbe)