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Google Assistant: Digitaler Assistent, the Next Generation

Flotter, noch persönlicher, und dabei datenschutzfreundlicher, da auch lokaler – so preist Google die nächste Generation seines Assistenten an.

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Flinker, weniger datengierig und noch persönlicher soll die nächste Generation des Google Assistant werden. Die Neuerungen für den hauseigenen digitalen Assistenten hat Google am Eröffnungstag der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellt. Auf der gleichen Veranstaltung vor drei Jahren war der Assistant als Nachfolger von Google Now präsentiert worden. Inzwischen kommt der Dienst auf über einer Milliarde Geräten zum Einsatz.

Und zumindest zukünftige Geräte aus Googles eigenem Hause werden in Zukunft verstärkt in die Pflicht genommen: Die für den Assistant wichtige Spracherkennung wandert aus der Cloud auf ausgewählte Endgeräte. "Fortschritte bei Deep Learning erlauben uns, das 100 GByte umfassende Modell auf ein halbes Gigabyte zu reduzieren", sagte Google-Chef Sundar Pichai in seiner Eröffnungsansprache, "Damit können wir es aufs das Telefon bringen."

Das soll die Reaktionszeit des Assistant mitunter um bis zu 90 Prozent reduzieren, weil für lokal durchführbare Aufgaben die Übertragung zu Google-Servern und retour entfällt. Das schont die Telefonrechnung und die Privatsphäre, da der Datenkonzern nicht mehr über alles und jedes informiert werden muss. Mit der vierten Generation der Pixel-Handys soll es losgehen.

Parallel stellt Google eine Reihe von Veränderungen in Aussicht. Bei der Aneinanderreihung unterschiedlicher Sprachbefehle entfällt die wiederholte Eröffnungsansage "Hey Google". Auch die semantische Analyse gesprochener Sprache wird verbessert: In einem Vorführbeispiel auf der I/O diktierte eine Nutzerin ein E-Mail, um dann mittendrin ein bestimmte E-Mail-Betreff zu wählen. Der Assistant erkannte das korrekt als Befehl und nicht als Teil des E-Mail-Textes.

Dana Ritter, Produktmanager für den Google Assistant, präsentierte am Dienstag auf der Google I/O seine Pläne.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Auf der vorjährigen Google I/O hatte die automatische, telefonische Reservierung von Restauranttischen für intensive Diskussionen gesorgt. Diesen "Duplex" genannten Service bietet Google inzwischen in 44 US-Staaten an. Nun kommt "Duplex for web" hinzu, wo der Assistant vor den Augen des Users bestimmte Webseiten aufruft und dort Formulare ausfüllt.

"Für den Anfang wollen wir uns auf eng abgegrenzte Anwendungen konzentrieren", sagte Google-CEO Sundar Pichai, "aAlso nehmen wir uns Mietwagenbuchungen sowie (die Bestellung von) Eintrittskarten für Kinos vor." Das soll noch dieses Jahr für bestimmte englischsprachige Webseiten in den USA und Großbritannien angeboten werden. Gezeigt wurde eine per Sprachbefehl ausgelöste automatische Autoreservierung, wofür der Assistant Daten aus einer im Gmail-Konto hinterlegten Flugbuchung sowie einen Kalendereintrag berücksichtigte.

Hat man dem Assistant der nächsten Generation einmal verraten, wer Bezugspersonen wie "Mutter" oder "Schwester" sind, soll er Fragen wie "Wie ist das Wetter bei Mutters Haus?" oder "Erinnere mich daran, für den Geburtstag meiner Schwester Blumen zu bestellen!" korrekt auswerten. Die Schwierigkeit darin besteht, dass für fast jeden User die jeweiligen Bezugspersonen völlig andere Personen sind.

Persönlicher soll es auch bei Vorschlägen werden, etwa für Kochrezepte, Podcasts oder Veranstaltungen, die den jeweiligen User interessieren könnten. Für Autofahrer ist ein neues Konzept für Spracherkennung und damit nutzbare Dienste im Auto vorgesehen. Zudem kommt die bei Google Maps bereits verfügbare Sprachbedienung auf Googles zweite Navigationsapp Waze. Und bei bestimmten Kraftwagenmodellen von Hyundai und Mercedes-Benz werden Funktionen wir Zentralverriegelung, Klimaanlage und Heizung über den Assistenten ferngesteuert werden können.

Die größte Begeisterung unter den auf der I/O anwesenden Entwicklern rief aber der simple neue "Stop"-Befehl hervor: Damit wird es möglich sein, Weckalarm und Countdownalarm bei Smart Displays und Google-Home-Lautsprechen auf Zuruf stummzuschalten.

Die Google I/O in 12 Minuten zusammengefasst. (Quelle: Google)

Zur Google I/O 2019 siehe auch:

(ds)