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Google-Bomben als Wahlkampfhilfe

Am 7. November wählen die Amerikaner die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie ein Drittel der 100 Senatoren und die Gouverneure von 36 US-Bundesstaaten neu. Die so genannten Midterm Elections werden auch in diesem Jahr genau beobachtet. Sie könnten die Mehrheitsverhältnisse in beiden Kammern zu Gunsten der Demokraten ändern und Präsident George W. Bush damit zu einer "Lame Duck" machen. "Lahme Ente" nennt Washington auch einen Präsidenten, der mit einem von der gegnerischen Partei kontrollierten Kongress regieren muss.

In den USA tobt also der Wahlkampf, und wie seit einiger Zeit üblich besonders heftig im Internet. Ganzjährig beharken sich hier die wenig zimperlichen Polit-Blogger und Kolumnisten beider Lager. Mit den Demokraten sympathisierende Blogger, darunter Meinungsführer DailyKos, wollen nun den Algorithmus der Suchmaschine Google für ihre Zwecke einsetzen. Mit dem so genannten "Google Bombing" sollen kritische Zeitungsartikel über die konservativen Kandidaten in den Suchergebnissen nach oben gebracht werden.

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Dazu haben die Blogger eine Liste mit 70 Artikeln aus regulären Medien zusammen gestellt, die sich kritisch mit den republikanischen Wahlkandidaten auseinandersetzen. Diese Artikel sollen innerhalb der demokratischen Blogosphäre einheitlich mit dem Namen der Politiker verlinkt werden. Durch den Algorithmus der Suchmaschine, der die Popularität von Websites auch anhand der hinführenden Weblinks bemisst, sollen die Artikel in den Ergebnissen einer Suche nach dem betreffenden Namen ganz nach oben rücken. Zusätzlich wollen die Blogger Stichworte in Googles Werbesystem Adwords kaufen und mit den Artikeln verknüpfen.

Neu ist Google Bombing als politisches Ausdrucksmittel allerdings nicht. Schon seit einigen Jahren findet sich in den Ergebnissen der Suche nach "Failure" oder "Miserable Failure" (Erbärmlicher Versager) ganz oben die Seite des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, George Walker Bush. (vbr)

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