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Google-Dienste auf Smartphones ohne Zertifikat: Registrierungsformular repariert, Limit entfernt

Google-Dienste laufen nicht mehr auf Android-Smartphones ohne Zertifikat. Umgehen lässt sich das Problem mithilfe eines Formulars – das nun auch endlich funktioniert. Das Limit von 100 Geräten wurde ebenfalls entfernt.

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Google

(Bild: dpa, Matt Rourke)

Apps und Dienste von Google laufen auf Android-Handys ohne offizielles Google-Zertifikat nicht mehr. Wie heise online in der vergangenen Woche berichtete, sind davon auch einige Smartphones mit installiertem Custom-Rom betroffen. Für betroffene Nutzer sollte es die Möglichkeit geben, ihr Gerät manuell zu registrieren, um die Google-Apps weiterhin nutzen zu können. Das entsprechende Formular sorgte allerdings für Verwirrung. Es funktionierte nicht wie ursprünglich angegeben mit der Android-ID. Mittlerweile hat Google das Registrierungsformular repariert: Es fordert nun eindeutig die Google Services Framework Android ID (GSF ID).

Das überarbeitete Registrierungsformular für Smartphones mit Custom-Rom.

(Bild: Google)

Google hat sich außerdem dazu entschieden, das Registrierungslimit von 100 Geräten pro Google-Account zu entfernen. Google-User können nun beliebig viele Geräte über die GSF ID zertifizieren lassen.

Diese GSF ID findet man am besten über die App Device ID heraus. Da betroffene User nicht auf den Play Store zugreifen können, hat die Android-Entwicklerwebseite XDA Developers die Anwendung auf einer alternativen Quelle hochgeladen. Laut Google kommt man auch über folgendes Kommando in der ADB Shell an die GSF ID:

$ adb root
$ adb shell 'sqlite3 /data/data/com.google.android.gsf/databases/gservices.db "select * from main where name = \"android_id\";"'

Diese GSF ID wird nun auch in hexadezimaler Form akzeptiert – ursprünglich musste sie noch in dezimale Form konvertiert werden, schreibt XDA Developers. Dieser Fehler im Formular und die mangelnde Kommunikation seitens Google hatten zuvor für Frust bei Nutzern gesorgt.

Nachdem die ursprünglich vom Formular geforderte Android ID nicht akzeptiert worden war, versuchten es viele mit der IMEI. Diese wurde zwar scheinbar angenommen, das führte aber zu keiner Veränderung. Tatsächlich nickte das Registrierungsformular schlicht jede beliebige Ziffernkombination ab. Erst später stellte sich heraus, dass Google eigentlich die GSF ID verlangte – allerdings nicht in der hexadezimalen Schreibweise, die standardmäßig ausgegeben wird.

Google will mit der App-Sperre für unzertifizierte Android-Smartphones gegen Hersteller vorgehen, die kein Zertifikat für ihre Geräte bekommen. Um eine Zertifizierung zu erhalten, muss ein Gerät Android-Kompatibilitätstests durchlaufen und bestehen. Passiert das nicht, kann der Hersteller seinen Nutzern künftig keine Google-Dienste anbieten. Alternative Betriebssysteme wie Lineage OS kommen allerdings ebenfalls ohne Zertifikat und sind somit oft direkt betroffen, auch wenn viele Nutzer berichten, noch keine Probleme zu bemerken.

Betroffene User können sich nach der Änderung nicht mehr in ihr Gmail-Konto einloggen, den Play Store nutzen oder auf Maps zugreifen. Die Anwendungen lassen sich zwar installieren, können aber nicht mehr mit dem Google-Server kommunizieren – damit werden sie praktisch unbrauchbar. (dahe)

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