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Google-Ex sagt Adblockern den Kampf an

Neue Maßnahmen gegen Adblocker sollen Website-Besucher dazu überreden, freiwillig Werbung anzusehen. Wenn das nichts bringt, will ein Startup die Blockaden mit technischen Mitteln umgehen.

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(Bild: dpa, Andrea Warnecke/Archiv)

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Ein ehemaliger Google-Mitarbeiter will Surfer mit einem neuen Startup namens Sourcepoint dazu bringen, sich freiwillig Werbung anzusehen. Dabei setzt er vor allem auf Dialog und gegenseitiges Verständnis, aber auch auf die technische Umgehung von Adblockern, wenn diese trotz Opt-in eingeschaltet bleiben.

Ben Barokas, der 2011 mit der Übernahme der Werbefirma Admeld zu Google kam, verfolgt zwei Ideen: So könnte Webseiten Surfern mit aktiviertem Adblocker einen Hinweis auf ein Abomodell einblenden, wie dies beispielsweise das britische Nachrichtenmagazin The Guardian in relativ unaufdringlicher Weise praktiziert. Oder sie könnten dem Leser erläutern, dass für den Unterhalt von Redaktionen und IT-Infrastruktur Werbeeinnahmen notwendig seien und ihn so mit Argumenten zu einer Einwilligung ins Betrachten von Werbung überreden.

Sollte das nichts bringen, stünden laut Barokas technische Mittel zur Verfügung, beim "Katz- und Maus-Spiel" zwischen Adblockern und dem Ausliefern von Werbung die Oberhand zu behalten und Werbung auch gegen den Willen der Adblocker-Nutzer zu platzieren. Wie das gehen soll, verriet er in seinem Interview mit Business Insider aber bisher nicht.

Barokas findet mitunter harte Worte für das technische Unterbinden von Werbeeinblendungen und nennt den Vorgang "Erpressung". Da Journalisten von ihrer Arbeit leben können müssten, schlägt er vor, das Einblenden von Werbung den Lesern als ein Angebot der Fairness zu unterbreiten und beispielsweise für das kostenlose Lesen von drei Artikeln dreimal ein Werbebanner zu akzeptieren. Sollte ein Leser diesem Opt-in-Modell jedoch zugestimmt haben, wäre das fortgesetzte Blockieren von Werbung zumindest auf dieser Webseite nach Barokas' Ansicht "illegal".

Die Auseinandersetzung um Online-Werbung und Adblocker hat an Schärfe zugenommen, seit United Internet eine Kampagne gegen Adblock startete und Adblock Plus wiederum vor Gericht gegen ProSiebenSat1 und RTL gewann. (tiw)