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Google-Finanzen rauf, Alphabet-Aktie runter

Die Google-Holding Alphabet konnte Umsatz und Gewinn im ersten Quartal des Jahres zweistellig steigern. Die Aktie wurde dennoch abgestraft, da die Börse mehr erwartet hatte.

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Der Name Alphabet enthält ein Wortspiel: Alpha ist Börsensprech für eine risikogewichtete Rendite, die einen Vergleichsindex übertrifft. Bet ist das englische Wort für Wette.

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Die Google-Mutter Alphabet hat im ersten Quartal des Jahres 2016 20,3 Milliarden US-Dollar (17,8 Milliarden Euro) umgesetzt. Das ist ein Zuwachs von 17 Prozent gegenüber Googles erstem Quartal 2015. Betriebs- und Reingewinn sind sogar noch stärker gewachsen: Der Betriebsgewinn schnellte um 26 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Der Reingewinn schwoll um 20 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar an.

Mit einem violett-verregneten Google-Schriftzug ("Purple Rain") gedachte die US-Version von Google.com dem am Donnerstag verstorbenen Musiker Prince.

(Bild: Google)

Trotzdem verloren die Alphabet-Aktien nach Bekanntgabe der Quartalszahlen Donnerstagabend rund sechs Prozent an Wert. Nur auf den ersten Blick mag das widersinnig erscheinen. Kurse liquider Aktien spiegeln die Erwartungshaltung des Marktes wider, und die Finanzanalysten hatten im Schnitt ein noch besseres Ergebnis erwartet.

Das hat bei Google/Alphabet inzwischen Tradition. Seit Larry Pages zweitem Amtsantritt als Google-CEO vor fünf Jahren hat das Konzernergebnis in zehn von 20 Quartalen die Börsenhoffnungen enttäuscht. Dennoch haben sich das Unternehmen wie auch die Aktienkurse in dieser Zeit prächtig entwickelt.

Das laufende Geschäft wird praktisch zu Gänze von Google getragen. Die "Sonstigen Wetten" haben vergleichsweise bescheidene 166 Millionen US-Dollar umgesetzt, nach 80 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieser Umsatz kommt vor allem vom Wohnungsvernetzer Nest, dem Langlebigkeitslabor Verily sowie den Internetzugängen über Glasfaser (Fibre). Der Betriebsverlust der "Sonstigen Wetten" hat sich von 633 Millionen auf 802 Millionen Dollar ausgeweitet.

Q1/2015
Q1/2016
Alphabets Umsatz 17,258 Mrd. USD 20,257 Mrd. USD
davon Google 17,178 Mrd. USD 20,091 Mrd. USD
Alphabets Betriebsgewinn 4,447 Mrd. USD 5,342 Mrd. USD
davon Google 5,188 Mrd. USD 6,272 Mrd. USD
Alphabets Reingewinn 3,515 Mrd. USD 4,207 Mrd. USD

Angesichts der Profitstärke Googles sorgt das aber bei niemandem für Sorgenfalten. Das Alphabet-Management weist regelmäßig darauf hin, dass eine quartalsweise Betrachtung der Sonstigen Wetten sowieso keinen Sinn habe. Die Sparte umfasst eine bunte Schar von Projekten in unterschiedlichen Frühstadien. Ihre Ausgaben sind sprunghaft. Im unmittelbaren Vorquartal lag der Betriebsverlust beispielsweise bei 1,24 Milliarden Dollar.

Google alleine setzte 20,1 Milliarden Dollar (+17%) und konnte davon 6,3 Milliarden (+21%) als Betriebsgewinn verbuchen. Das bedeutet, dass Googles Marge aus dem Vorjahresquartal von 30,2 Prozent um einen weiteren Prozentpunkt verbessert werden konnte. Und wäre der US-Dollar nicht so teuer, sähen die Ergebnisse noch ein Stück besser aus.

Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat

(Bild: Google )

Googles Geschäft wird unverändert von Werbung getragen. Von den gut 20 Milliarden Google-Umsatz kamen 18 Milliarden aus dem Werbegeschäft (+16%). "Der wichtigste Treiber war die gesteigerte Inanspruchnahme der mobilen Suche durch Verbraucher", verriet Alphabets Finanzchefin Ruth Porat in der üblichen Telefonkonferenz mit Finanzanalysten nach Bekanntgabe der Ergebnisse.

Die übrigen Einnahmen Googles erreichten diesmal rund 2,1 Milliarden Dollar, was einen Zuwachs von 24 Prozent im Jahresabstand bedeutet. Diese "Entwicklung wurde vom Play [Store] getragen", berichtete Porat, "und vom anhaltenden starken Wachstum [mit Cloud-Leistungen] und bei Apps, sowie einem netten Beitrag des [Hardwareverkaufs]." (ds)