Menü

Google Fuchsia ist für smarte Lautsprecher, Notebooks und Handys gedacht

Googles Fuchsia-Betriebssystem soll zuerst auf smarten Lautsprechern und Notebooks laufen, berichtet Bloomberg. Irgendwann soll es auch Android ablösen.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 59 Beiträge
Google

(Bild: dpa, Matt Rourke/AP)

Googles Ingenieure wollen das Handy-Betriebssystem Android innerhalb der nächsten fünf Jahre durch Fuchsia ersetzen, ein neues OS auf Basis des Zircon-Kernels. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit dem Projekt vertraut sind. Schon in drei Jahren soll Fuchsia demnach auf smarten Lautsprechern von Google laufen, bevor es dann auf Notebooks – auch von externen Herstellern – installiert werden soll. Die gestaffelte Nachfolge von Android steht dann als das große Finale auf dem Zeitplan.

Diese Roadmap haben sich dem Bloomberg-Bericht zufolge die Mitarbeiter des Fuchsia-Teams gesteckt. CEO Sundar Pichai habe den Plan noch nicht abgesegnet. Der Google-Chef gilt laut Bloomberg allerdings als Unterstützer des neuen universellen Google-Betriebssystems.

Google hält sich bedeckt

Fuchsia ist ein Betriebssystem von Google, dessen Code das Tech-Unternehmen in Ausschnitten schon seit 2016 ins Netz stellt. Im Gegensatz zu Android, das mit dem Linux-Kernel einen signifikanten Anteil an GPL-lizenziertem Quellcode enthält, sind alle Fuchsia-Bestandteile unter freizügigeren Lizenzen erhältlich. Fuchsia steht unter einer Kombination aus BSD-, MIT- und Apache-Lizenzen.

Über den Zweck von Fuchsia konnte bislang nur gemutmaßt werden. So war zum Beispiel bekannt, dass das Interface des OS sich etwa für Handys und Notebooks eignen könnte. Google hat sich aber bis heute nicht zum eigentlichen Einsatzgebiet geäußert.

Ein Nachfolger für Android

Dass Fuchsia schon vor dem Bloomberg-Bericht als Nachfolger für Android gehandelt wurde, ist trotzdem naheliegend: Android setzt auf Java, mit dessen Entwickler Oracle sich Google schon lange im Streit befindet. Oracle sieht mehrere Java-Schutzrechte durch Android verletzt und fordert vor Gericht 9 Milliarden US-Dollar. Durch den Umstieg auf Fuchsia würde Google sich von Oracle unabhängiger machen.

Außerdem ist eine Android-Nachfolge für Google eine Möglichkeit, die Sicherheitsprobleme von Grund auf mit einem neuen Konzept zu lösen. Fuchsia ist im Vergleich zu Android außerdem darauf ausgelegt, besser per Sprachsteuerung zu funktionieren, schreibt Bloomberg. Ein einheitliches Betriebssystem für iOT-Geräte, Notebooks und Handys ist für Google allein schon aus Infrastruktur-Gründen attraktiv.

Reibungslos dürfte die Einführung von Fuchsia allerdings nicht verlaufen. Android hat mittlerweile einen Marktanteil von über 80 Prozent, das OS wird auch von zahlreichen großen Drittherstellern wie Samsung, LG oder Huawei benutzt. Man kann davon ausgehen, dass Fuchsia zumindest zum Release eher als Alternative zu, nicht als Ersatz von, Android angeboten wird. (dahe)

Anzeige
Anzeige