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Google-Gründer machen sich Sorgen um den Datenschutz

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Googles Gründer warnen vor einer zu großen Gier nach Nutzerdaten. Für Sergey Brin und Larry Page steht dabei nicht weniger als der Ruf der Internetbranche auf dem Spiel, berichtet die britische Financial Times. Die "aggressiven" Versuche sozialer Netzwerke und anderer Anbieter, Nutzerverhalten für eine gezieltere Werbevermarktung zu analysieren, könnten den Ruf der Branche schädigen, sagten die Google-Gründer auf einer Konferenz in Großbritannien.

Mit dem Finger zeigen die Google-Gründer dabei auch auf soziale Netzwerke. Dort verfügbare Informationen, etwa Bilder einer wilden Partynacht, könnten noch Jahre später Schaden anrichten. Solche Geschichten würden die wachsende Besorgnis in Datenschutzfragen befördern, wird Sergey Brin zitiert. Auch andere Internetanbieter trügen dazu bei. So gebe es bei der Auswertung von Suchmaschinendaten "eine Menge Dinge, die man auf eine unheimliche Art machen kann, die den Leuten irgendwie Angst machen".

Brins Sorge um die Bedenken der Internetnutzer dürfte vor allem europäische Datenschützer zu Tränen rühren. Die haben den Suchmaschinenbetreiber wegen seiner Datensammelwut längst im Visier. Aus Europa kam auch der Ruf nach Zerschlagung des mächtigen Internetkonzerns, der "den Schutz der Privatsphäre auf dem Müllhaufen der Geschichte" entsorge, wie es die Autoren einer österreichischen Studie formulierten. Dass ausgerechnet Google, das nach der Übernahme von DoubleClick über einen riesigen Internet-Datenberg verfügen kann, nun den großen Datenschützer gibt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Doch sind Googles eigene Datenanalysen für Brin nicht das Problem, wohl aber die der Konkurrenz. Einige Unternehmen verfolgten ihre kommerziellen Ziele aggressiv und "auf eine unheimliche, beängstigende Art und Weise", sagte Brin gegenüber der FT, ohne die Verdächtigen beim Namen zu nennen. Der gesamten Branche drohe dadurch ein "Rückschlag". Google sei als große Verbrauchermarke dazu gezwungen, diesem Thema erhöhte Augmerksamkeit zu schenken, ergänzte Page. "Wir sind auf das Verbrauchervertrauen angewiesen, ansonsten machen wir kein Geschäft". (vbr)

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