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Google I/O: Android im Auto ist nicht Android Auto

Google bringt Android ins Auto und Android Auto auf Android-Handys. Aber Letzteres nicht überall. Alle Klarheiten beseitigt?

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Roter Sportwagen

Auf der I/O 2016 zeigte Google Android N in einem Maserati, ausgeführt von einem austauschbaren Hardware-Modul mit Qualcomm Snapdragon Prozessor.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Google bringt sein Betriebssystem Android erstmals selbst in Kraftfahrzeuge und führte das als "Android in-car" auf seiner Entwicklerkonferenz I/O 2016 vor. Moment, war da nicht was mit Android Auto?

Android Auto ist eine App, die auf Mobiltelefonen unter dem Betriebssystem Android läuft und einen im Auto vorhandenen Bildschirm zur Anzeige nutzt. Android Auto bleibt auch bestehen und wird nicht eingestellt. Doch nun reicht Google den Autoherstellern Hilfestellungen, um das kommende Betriebssystem Android N auf dem Bordcomputer oder einem anderen im Auto verbauten Rechner auszuführen.

Das ist eigentlich nicht neu, denn Android ist als Open Source frei verfügbar. Beispielsweise setzt Honda schon länger Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) für Unterhaltungssysteme ein, hat aber das User Interface stark verändert. Google will die Verbreitung von Android unterstützen, aber möglichst seine eigenen Designvorstellungen propagieren. Daher gibt es nun entsprechende Designvorlagen und Empfehlungen. Einfaches Beispiel sind Mindestgrößen für touchbare Elemente.

Außerdem bietet Google den Autoherstellern einen mächtigeren Bluetooth-Stack als bisher; er unterstützt mehr Bluetooth-Protokolle. Auch für die Integration von Autoradios sowie für die Verbindung mit CANBUS-Netzen stellt Google Code zur Verfügung. Damit können Daten zwischen Android im Auto und anderen vom Auto betriebenen Systemen ausgetauscht werden, so dass Unterhaltungssysteme, Heizung, Lüftung, Klimaanlage und andere nicht-kritische Systeme gesteuert werden können.

Auch Android Auto, das erstmals auf der Google I/O 2014 präsentiert wurde, entwickelt Google weiter. Diese App bietet wie gehabt ein reduziertes User Interface und Zugriff auf speziell für den Einsatz in Fahrzeugen zertifizierten Apps. Die Bildschirmausgabe erfolgt bislang ausschließlich über im Auto montierte Schirme, die per USB-Kabel angesteuert werden.

Noch dieses Jahr soll es aber möglich werden, Android Auto auch am Handybildschirm selbst auszugeben. Ein externer Bildschirm wird dann nicht mehr notwendig sein. Außerdem sollen externe Bildschirme auch drahtlos über WLAN angesteuert werden können – so der User einen verwenden möchte. Bluetooth bleibt außen vor; laut Google-Manager Mickey Kataria reicht dabei die Bandbreite nicht.

Android N im Auto – Haris Ramic ist Googles Product Manager für Android Auto – Quelle: Daniel AJ Sokolov

Mickey Kataria ist Googles Director of Product Management

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Bislang wurden etwa 500 Apps dafür zertifiziert, dass sie über die App Android Auto gestartet werden können. Dazu gesellen wird sich in absehbarer Zeit Googles hauseigene Verkehrsapp Waze. Das sei das meist gewünschte Feature gewesen, berichtete Kataria im Gespräch mit heise online auf der I/O 2016. Waze-Nutzer informieren einander über Unfälle, Baustellen, Spritpreise oder Radarfallen. Neuerdings vermittelt Waze auch Mitfahrgelegenheiten.

Darüber hinaus wird das Hotwording ("OK, Google") zur Aktivierung der vollen Spracherkennung in Android Auto eingebaut. Bereits im April wurde die Verfügbarkeit von Android Auto auf 30 Länder ausgeweitet. Neu hinzugekommen sind unter anderen Österreich und die Schweiz. Warum die App nicht von Usern in aller Welt installiert werden kann, blieb undeutlich. Laut Kataria möchte Google sicherstellen, dass die Ausgabe in der jeweiligen Hauptsprache sowie die lokale Navigation hohen Qualitätsansprüchen genügen.

Android Auto – Ramic erklärt den Unterschied – Quelle: Daniel AJ Sokolov

(ds)

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