Google I/O: Hintergrund-Updates von Android N beheben nicht die Update-Problematik

Android N wird Updates automatisch herunterladen und im Hintergrund installieren. Nun erklärt Google, was das heißt: Die Installation wird beschleunigt, Androids Update-Problem aber nicht behoben. Auch funktioniert es nicht bei aktuellen Smartphones.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 220 Beiträge
Google I/O: Details zu den Hintergrund-Updates von Android N
Von
  • Jörg Wirtgen

Der Boot- und Updatevorgang von Chrome OS

(Bild: Google )

Google hatte am Mittwoch eine neue Funktion der zukünftigen Version Android N verraten: Smartphones und Tablets laden ihre Updates automatisch herunter und installieren sie im Hintergrund, sogar ohne dass ein Benutzer das Gerät entsperrt hat. Beim nächsten Booten startet die neue Android-Version dann ohne Verzögerungen sofort. Das klang zuerst wie die Lösung der leidigen Update-Problematik bei Android, doch diese Hoffnungen dämpft Google.

Tatsächlich beschleunigt diese von Chrome OS übernommene Methode nur die Installation des Updates. Dazu wird eine zweite Systempartition benötigt. Android N installiert das Update in diese zweite Partition, während das Gerät unbehelligt weiter läuft.

Google I/O 2016

Wenn alles fehlerfrei installiert ist, bekommt diese Systempartition einen Merker, den das Gerät beim nächsten Booten auswertet: Dann wird diese zweite Partition gestartet. Weil alles fertig installiert ist, entfällt die von bisherigen Updates bekannte Wartezeit. Auch Apps müssen nicht mehr neu kompiliert werden, weil Android N wieder einen JIT-Compiler einsetzt. Das nächste Update würde dann in der ersten Systempartition landen.

Dieses Vorgehen hat jedoch drei Nachteile:

  1. Die zweite Systempartition belegt zusätzlichen Platz im internen Speicher. Wie viel das ist, hängt vom konkreten Smartphone ab; es dürfte sich um einige Hundert Megabyte bis 1-2 Gigabyte handeln.
  2. Nur mit Android N ausgelieferte Geräte dürften diese "Seamless Updates" unterstützen. Mit älteren Android-Versionen ausgelieferte Geräte müssten beim Update auf Android N repartitioniert werden, was ein aufwendiger Vorgang ist, der Root-Zugriffsrechte und wohl auch einen PC erfordert. Diesen Aufwand dürfte kaum ein Hersteller betreiben. So hat Google selbst schon angekündigt, dass die aktuellen Nexus-Geräte, die ein Update auf Android N bekommen, keine "Seamless Updates" unterstützen. Die Update-Vorgänge laufen dann wie bisher – Android N unterstützt das aktuelle Vorgehen natürlich weiterhin.
  3. Woher die Firmware-Updates kommen, ändert Google nicht. Hier bleiben weiterhin die Gerätehersteller und teils die Provider involviert. Die "Seamless Updates" verbessern die Verfügbarkeit von Updates also nicht; und anders als bei Chrome OS ist auch nicht Google alleine fürs Update zuständig.

Android N installiert also bestehende Updates schneller, sorgt aber nicht für häufigere und schnellere Updates.

Lesen Sie alles zu Android-Nougat:

(Quelle: Google)

(jow)