Google I/O: Wenig Neues von Project Tango

Google demonstrierte auf der I/O 2016 erneut sein Entwicklertablet des Project Tango. Der Zulauf war rege, obwohl es kaum Neues zu sehen gibt.

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Die indische Programmiererin Shruti Gupa darf auf der I/O einen virtuellen Mini-Dinoausaurier streicheln.

(Bild: Project Tango)

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Google I/O 2016

Schlange Stehen gehört auf der Google I/O 2016 fast überall dazu. Wer eine Demonstration von Googles Project Tango sehen möchte, muss sich aber besonders in Geduld üben. Die 3D-Erfassung der Umgebung hat ihre Fans, obwohl es gegenüber dem vor einem Jahr Gezeigten kaum erkennbare Fortschritte gibt. Immerhin gibt es nun ein Datum, an dem das erste Tango-Handy offiziell vorgestellt werden soll: der 9. Juni 2016.

An dem Tag soll, so war auf der I/O zu erfahren, Lenovo ein Smartphone mit Tango-Sensorensatz und Software präsentieren. Schauplatz wird Lenovos Hausmesse Tech World in San Francisco sein. Das Gerät selbst könnte dann noch im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

Auf der I/O demonstriert Google die Fähigkeiten von Project Tango anhand dreier Beispielapps. Ein Möbelhaus bietet 3D-Modelle von Möbeln an. Die kann sich der potenzielle Kunde virtuell ins Zimmer stellen und auf dem Tabletschirm abschätzen, wie das in der Realität aussehen würde. Außerdem gibt es eine App für Kinder, die virtuelle interaktive Objekte in den Raum platziert sowie eine Anwendung, die grobe Dinosauriermodelle in echte Aufnahmen einbaut.

Auf der I/O 2015 hatte Google schon aufregendere Tango-Anwendungen gezeigt. Seither scheint sich wenig getan zu haben. Kein Wunder, ist doch aus dem Tango-Team das neue Daydream-Projekt für Virtual Reality hervorgegangen.

So spielte sich die Szene in Wirklichkeit ab. Von Dinos ist keine Spur.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Die Hardware an Project Tangos Entwicklertablet ist offenbar gleich geblieben. Bei der Software sollen "Performance und Stabilität" gesteigert worden sein. Insbesondere die Erkennung von Böden sowie Kanten soll jetzt besser klappen. Für Entwickler hat Google einige Unterstützungsbibliotheken aufgelegt.

Im prallen Sonnenlicht funktioniert die Tiefenerkennung übrigens nicht, denn die Tiefenerkennung wertet Reflektionen von ausgesendetem Infrarotwellen aus. Gibt es zu viele Infrarotwellen anderen Ursprungs, gelangt die Methode an ihre Grenzen. (ds)