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Google: Kooperation mit US-Arbeitsministerium zu kostspielig

Im Streit um geschlechterneutrale Entlohnung brachte der Internetkonzern eine Überraschende Begründung für die mangelnde Kooperation mit dem US-Arbeitsministerium vor.

Google

(Bild: dpa, Boris Roessler)

Das US-Arbeitsministerium ermittelt derzeit gegen Google wegen des Verdachts, dass der Internet-Konzern Männer und Frauen nicht gleich bezahlt. Im Rahmen des Verfahrens soll Google Informationen über das Gehalt seiner Beschäftigten offenlegen. Google-Anwälte haben bei einer Anhörung vor einem Gericht in San Francisco jedoch darauf hingewiesen, dass das Beibringen der geforderten Informationen schlichtweg zu teuer sei. Da berichtet der Guardian in seiner Online-Ausgabe.

Die Prüfer der US-Behörde sahen auf Basis eines Gehaltsüberblicks aus dem Jahr 2015 erste Anzeichen, dass der Konzern Männer und Frauen systematisch und gegen geltendes US-Recht unterschiedlich entlohnt. Sie forderten daher weitere Daten und Kontaktinformationen der betroffenen Mitarbeiter – bisher ohne Erfolg.

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Google-Anwältin Lisa Barnet Sween führte aus, dass bereits jetzt über 2300 Arbeitsstunden und Kosten von fast 500.000 US-Dollar für das Bereitstellen der vom Arbeitsministerium geforderten Informationen aufgelaufen seien. Würde man der Aufforderung folgen, wären noch einmal 100.000 US-Dollar und 500 Arbeitsstunden nötig – aus Sicht der Google-Anwälte nicht zumutbar.

Dem widersprach Ian Eliasoph, Anwalt des US-Arbeitsministeriums, vehement: Vor dem Hintergrund von Jahreseinkünften um 28 Milliarden Dollar sollte es nach seiner Auffassung ein leichtes sein, die Informationen beizubringen. "Google könnte die Kosten dafür absorbieren wie ein trockener Küchenschwamm einen Tropfen Wasser". (sha)

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