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"Google-Manifest": Programmierer nach Sexismus-Vorwurf entlassen

Ein Google-Programmierer wurde entlassen, nachdem er firmenintern einen Text verteilt hatte, in dem er eine Diskussion um Diversität und Diskriminierung anstoßen wolle. Er kritisierte unter anderem angebliche Bevorzugungen für Frauen in der Tech-Branche.

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Google

(Bild: Google)

Google hat einen langjährigen Mitarbeiter entlassen, nachdem er in der vergangenen Woche im Intranet des Unternehmens ein inzwischen "Google-Manifest" genanntes Dokument über Diversität und Gleichberechtigung veröffentlicht hatte. Das erklärte der betroffene Mitarbeiter am Montag gegenüber dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg. Während der Mitarbeiter mit seinem Text nach eigenen Angaben Verbesserungsvorschläge machen und eine Debatte anstoßen wollte, wurde das Papier von Vorgesetzten, Kollegen und in der Öffentlichkeit als sexistisch kritisiert.

In dem Papier mit dem Titel "Google’s Ideological Echo Chamber" setzt sich der Programmierer unter anderem kritisch mit der Frauenquote bei Google auseinander und spricht sich für einen anderen Ansatz zur Gleichberechtigung in der Software-Branche aus, der auch Männer einschließen solle. Er betont, er sei nicht gegen Bemühungen für mehr Gleichberechtigung, sondern wolle über geeignete Methoden diskutieren.

Dabei argumentiert der Verfasser unter anderem damit, dass Frauen durchschnittlich weniger belastbar und stressanfälliger seien. Darüber hinaus interessierten sich Frauen eher für Menschen und Ästhetik, Männer eher für Dinge und Fakten. Daher seien Männer besser für Technik und die Arbeit in entsprechenden Branchen sowie "anstrengende Positionen" wie etwa Manager-Stellen geeignet als Frauen.

Googles CEO Sundar Pichai

(Bild:  Wikipedia )

Nachdem Gizmodo das Manifest am Wochenende veröffentlicht hatte, wurde auch ein internes Memo von Googles Diversity-Managerin Danielle Brown öffentlich, in dem sie sich im Namen des Unternehmens von dem Papier distanzierte. In einem am Montag vom Unternehmen selbst veröffentlichen Memo erklärte CEO Sundar Pichai, das "Manifest" verstoße in Teilen gegen Googles Verhaltenskodex.

"Anzudeuten, dass eine Gruppe unserer Kollegen Wesenszüge habe, die sie biologisch weniger geeignet für ihre Arbeit machten, ist beleidigend und nicht OK", schreibt Pichai. "Es verstößt gegen unsere Grundwerte und unseren Verhaltenskodex." Zugleich betont der CEO, es sei auch "nicht OK", dass Mitarbeiter aus Angst vor negativen Konsequenzen ihre Meinung nicht frei äußern könnten. Pichai erwähnt die Entlassung des Mitarbeiters nicht; das Unternehmen will dazu bisher auch keine Stellungnahme abgeben.

US-amerikanische Tech-Firmen wie Tesla und Uber rückten in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder in den Fokus von Öffentlichkeit und Behörden. Es häuften sich Vorfälle und Vorwürfe gegen männliche Mitarbeiter und Führungskräfte diverser Technikunternehmen – unter anderem wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung.

Auch IT-Gigant Google steckt mitten in einem Disput mit dem US-Arbeitsministerium – aufgrund von Diskriminierungs-Vorwürfen. Das Department of Labor (DoL) stellte im Zuge einer Untersuchung "systemische Ungleichheiten bei der Entlohnung" fest.

Eine zuständige Arbeiterin des Ministeriums erklärte: "Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, aber das Ministerium hat bereits triftige Beweise für schwerwiegende Diskriminierung gegen Frauen in den verbreitetsten Arbeitsfeldern im Google-Hauptquartier gesammelt." Google dementiert bisher die Vorwürfe. (jube)

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