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Google-Mitarbeiter protestieren gegen Beteiligung an Militär-Projekt

Google ist an einem Projekt des US-Verteidigungsministerium beteiligt, in dem es um die automatische Auswertung von Drohnen-Aufnahmen geht. Dagegen wehren sich tausende Mitarbeiter.

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Google-Mitarbeiter protestieren gegen Beteiligung an Militär-Projekt

Blick in das Combined Air Operations Center der Al Udeid Air Base der US-Luftwaffe in Katar.

(Bild: US Air Force)

Gut 3100 Google-Mitarbeiter haben einen offenen Brief an ihren Chef Sundar Pichai unterschrieben, in dem sie gegen die Beteiligung ihres Unternehmens an dem seit 2017 laufenden Project Maven des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums protestieren. Dabei geht es darum, Videoaufnahmen, die von Flugdrohnen angefertigt werden, mit Hilfe Künstlicher Intelligenz automatisch auszuwerten. Die Analyse könnte dabei helfen, dass Waffen besser ihre Ziele treffen.

Die Mitarbeiter betonen in ihrem von der New York Times veröffentlichten Brief, dass Google nicht vom Geschäft mit dem Krieg profitieren sollte. Ihr Unternehmen solle sich von dem Project Maven zurückziehen und grundsätzlich verkünden, niemals Kriegstechnik herzustellen oder sich daran zu beteiligen.

In dem Brief spielen die Mitarbeiter auf das Google-Motto "Don't be evil" an. Sie meinen, Google trete durch die Beteiligung an dem Projekt in eine Reihe von Unternehmen wie Palantir, Raytheon und General Dynamics, könne seinen Ruf dauerhaft schädigen und es dadurch auch schwer haben, gute Mitarbeiter anzuwerben. Dabei fruchte auch nicht das Argument, dass Firmen wie Microsoft und Amazon ebenfalls an dem Projekt mitarbeiten.

"Wir können unsere ethische Verantwortung für unsere Technik nicht an Dritte auslagern", schreiben die Mitarbeiter. Dabei heiße es Google-intern: "Jeder unserer Nutzer vertraut uns. Setze das niemals aufs Spiel." Google solle sich daher sofort aus dem Projekt zurückziehen.

Google, das als Unterauftragnehmer von ECS Federal beteiligt ist, versichert laut New York Times, das Projekt sei für defensive Zwecke ausgelegt. Es sei gewiss, dass jede militärische Verwendung von Maschinenlernen Besorgnis auslöst. Darüber werde in dem Unternehmen ausführlich diskutiert. (anw)

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