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Google Music All Access: "Radio ohne Regeln"

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Google legt noch einmal einen Zahn zu: Mit einem erweiterten Online-Musikdienst sowie Verbesserungen bei Internet-Suche und seinem Karten-Dienst Maps startete die Entwicklerkonferenz Google I/O. An der Börse kam der Kurs gut an: Die Google-Aktie sprang schon vor Beginn der Konferenz erstmals über 900 Dollar und hielt sich auch während der über dreistündigen Präsentation darüber – auch weil Google-Chef Larry Page sich nach langer Zeit wieder bei einem großen öffentlichen Event sehen ließ und Fragen aus dem Publikum beantwortete. Zuvor hatte Page laut dpa den zeitweisen Verlust seiner Stimme mit einer Stimmbandlähmung begründet.

Die Erweiterungen für Google Music bringen einen Streaming-Dienst, der den kompletten Musik-Katalog in der Cloud bereitstellt. Das Abo-Angebot mit dem Namen Google Play Music All Access ist zunächst nur in den USA verfügbar, weitere Länder sollen aber folgen. Für 9,99 Dollar im Monat gibt es uneingeschränkten Zugriff auf das Musik-Angebot. Außerdem kann man sich Songs, die zum eigenen Musikgeschmack passen könnten, von Google auswählen lassen. Der Konzern spricht vom "Radio ohne Regeln".

No Access statt All Access: Wer Googles Musik-Flatrate hierzulande ausprobieren möchte und auf den "Try it free"-Knopf drückt, bekommt nur eine Fehlermeldung ("Server error. Try again later").

Google konkurriert damit mit bisherigen Streaming-Anbietern wie Spotify, Rdio, Xbox Music oder Pandora; allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als ein Dutzend Musik-Flatrates. Mit der Download-Plattform iTunes ist Apple der weltgrößte Musik-Verkäufer, hat aber bislang keinen Radio- beziehungsweise Streaming-Dienst zu bieten. Apple arbeitet laut Medienberichten zwar ebenfalls an einem Internet-Radio, steckt aber in zähen Rechteverhandlungen mit der Musik-Branche fest. Die Lizenz-Vereinbarungen mit der Musik-Industrie dürften auch dafür gesorgt haben, dass Google Music All Access nicht zum Start bereits weltweit verfügbar ist.

Die Offerten für Musik-Streaming, bei denen Songs nicht als Musik-Dateien in den Besitz des Hörers übergehen, sondern gegen einen monatlichen Obulus der komplette Katalog der Labels zum Hören zur Verfügung steht, solange man ein Abo abgeschlossen hat, gewinnen stark an Popularität. Gerade auch unter mobilen Usern steigen die Nutzerzahlen. So habe in Deutschland zwar der Anteil der Streaming-Dienste im Jahr 2012 nur einen Anteil von 2,5 Prozent am Musikmarkt erreicht, meint der Bundesverband der Musikindustrie. Streaming-Dienste wiesen aber die höchsten Zuwachsraten auf, der Umsatz stieg um 38,7 Prozent auf 36 Millionen Euro. (jk)