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Google-Mutter Alphabet vermeidet dank Schlupfloch weiter Milliarden an Steuern

Zwar ist das Steuerschlupfloch des "Double Irish With a Dutch Sandwich" inzwischen geschlossen, aber für Unternehmen gibt es eine Übergangsfrist. Die hat Alphabet genutzt, um 2015 rund 3,6 Milliarden US-Dollar an Steuern zu sparen, schreibt Bloomberg.

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Konzerndach Alphabet

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat durch die seit Jahren kritisierte Steuervermeidungsstrategie des "Double Irish With a Dutch Sandwich" im vergangenen Jahr 3,6 Milliarden US-Dollar an Steuern gespart. Das berichtet der Finanznachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf nun veröffentlichte Dokumente aus den Niederlanden – ohne aber zu erläutern, auf welchen Steuersatz sich das bezieht.

Demnach schleuste Alphabet im vergangenen Jahr 40 Prozent mehr Geld durch seine irische und niederländische Tochter an eine auf den Bermudainseln. Insgesamt habe Alphabet durch diese Strategie schon fast 60 Milliarden US-Dollar Gewinn vor einer Versteuerung in den Vereinigten Staaten bewahrt. Das Unternehmen beruft sich darauf, sich an alle geltenden Gesetze zu halten.

Das Steuerschlupfloch, das vor allem von großen IT-Konzernen wie Alphabet und Apple genutzt wurde, hat Irland eigentlich im Oktober 2014 geschlossen. Das hieß nur, dass seit 2015 keine neue Firma ohne gleichzeitigen Steuersitz auf der Insel ins Handelsregister eingetragen werden kann.

Schon eingetragenen Firmen wurde eine Übergangsfrist bis 2020 eingeräumt und davon macht Alphabet auch Gebrauch. Insgesamt habe der IT-Konzern seine effektive Steuerrate außerhalb der USA auf 6,4 Prozent drücken können, noch einmal deutlich weniger als in Irland anfallen. Dort sind eigentlich 12,5 Prozent fällig – in Deutschland wären es dagegen fast 30 Prozent im US-Bundesstaat New York sogar fast 40 Prozent.

Für das "Double Irish With a Dutch Sandwich" hatten viele IT-Unternehmen zwei Ableger in Irland gegründet. Einer fungiert als Inhaber von Lizenzrechten etwa für Patente, hat seinen Sitz aber nicht auf der Insel, sondern in einem Steuerparadies wie den Bermudainseln. Dazu kommt eine Tochtergesellschaft, die ihre Einnahmen als Lizenzgebühren oder Tantiemen an die Firma im Steuerparadies weiterleitet und so gar keine Abgaben zahlen muss.

Damit auch die Quellensteuer wegfällt, die bei einer direkten Überweisung zwischen den beiden Ablegern in Irland zu entrichten wäre, wird das Geld über eine zwischengeschaltete weitere Tochter in den Niederlanden transferiert. Diese überweist die Einnahmen dann ohne Abzugssteuern an die formell irische Firma mit Hauptsitz in einem Steuerparadies. (mho)

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