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Google Pixel und Pixel XL: Android-Smartphones mit AI und der "besten Kamera"

Unter neuer Marke bringt Google seine beiden nächsten Android-Smartphones Pixel und Pixel XL heraus. Die sind so etwas wie Googles Kampfansage ans iPhone – mit High-End-Hardware, Spitzenkamera und eingebautem Google Assistent zu Premium-Preisen.

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Das Google Pixel kommt mit 5-Zoll-Display, das größere Pixel XL mit 5,5-Zoll-Display.

(Bild: Google)

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Das Nexus ist tot, es lebe das Pixel. Google baut sein Smartphone-Angebot um und setzt bei Pixel und Pixel XL stärker auf die Zugkraft des eigenen Namens. Dazu gibt es eine neue Oberfläche mit integriertem und deutlich erweiterten Google Assistenten und die angeblich beste Kamera im Smartphone-Segment.

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Die vor dem Event durchgesickerten Daten zur Hardware bestätigte die Präsentation zum großen Teil: Das Pixel wird es in zwei Versionen geben, einmal mit 5-Zoll-Display und Full-HD-Auflösung und als Pixel XL mit 5,5-Zoll-Bildschirm und 2560 × 1440 Pixeln. Beide verwenden AMOLED-Technik wie bereits das Nexus 6 und 6P. Im Gehäuse steckt ein Qualcomm Snapdragon 821 mit vier Kernen, der etwa 10 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger 820 liefern soll. Ihm stehen 4 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Wahlweise gibt es 32 oder gleich 128 GByte internen Flash-Speicher, aber keine Möglichkeit diesen per SD-Karte zu erweitern. Stattdessen soll es unbegrenzt Speicher für Fotos und Videos bei Google Fotos geben – bisher spendierte Google den nur für Aufnahmen mit reduzierter Auflösung und stärkerer Kompression.

Die Kameras sind bei beiden Geräte identisch: 8 Megapixel gibt es an der Vorderseite, 12,3 Megapixel mit Dual-Blitz an der Rückseite. Laut Google soll die rückwärtige Kamera die bisher beste Smartphone-Kamera sein. Mit 1,55 µm großen Pixeln soll es viel Licht durchlassen und eine besonders kurze Auslösezeit bieten. Dazu soll es zahlreiche Software-Features wie die ständig aktive HDR+-Funktion für bessere Bilder sorgen. Auch eine Bildstabilisierung ist an Board. Google führt eine DxOMark von 89 als Beweis für die Qualitäten an, das bisher beste Ergebnis einer Smartphone-Kamera.

Gefunkt wird über 11ac-WLAN und Bluetooth 4.2 sowie LTE-Mobilfunk. Letztere unterstützt zudem Carrier Aggregation und kann mit bis zu 450 MBit/s Daten empfangen. Eine 3,5-mm-Kopfhörer-Buchse ist weiterhin vorhanden. Insgesamt liegt man gleich auf mit High-End-Konkurrenten wie dem Samsung Galaxy S7, mit Preisen ab 760 Euro aber auch locker im gleichen Preisrahmen.

In drei Farben wird es das Pixel und das Pixel XL geben, die Special Edition in Blau aber nur in den USA.

(Bild: Google)

Ein ungewöhnlicher Anblick ist die halb aus Glas und halb aus mattem Aluminium bestehende Rückseite. Dort befindet sich wie bisher auch ein Fingerabdruckscanner. Geladen werden die Geräte per USB-C-Buchse (mit USB-3.0-Geschwindigkeit). Der Akku im kleinen Pixel fasst 2770 mAh, der im Pixel XL 3450 mAh und somit ähnlich viel wie die beiden etwas größeren Vorgänger 5X und 6P. Dank Schnellladetechnik soll das Gerät nach 15 Minuten am Stromnetz bis zu 7 Stunden im Akkubetrieb durchhalten.

Zwar werden die beiden Geräte wohl von HTC gebaut, doch der Hardware-Partner rückt noch stärker als bei den Nexus-Geräten in den Hintergrund. Stattdessen heißt es "made by Google". Auf der Präsentation fiel kein Wort zum eigentlichen Hersteller und auch auf den Smartphones selbst gibt es keine Hinweise mehr dazu. Die Rückseiten ziert nur das "G" aus dem Google-Schriftzug. Die Geräte sind Teil von Googles neuer Hardware-Sparte, die vom ehemaligen Motorola-Präsident Rick Osterloh geleitet wird.

Der neue Pixel-Launcher unterscheidet sich optisch deutlich vom bisherigen Google-Launcher, bekommt etwa neue Icons und einen neuen App-Drawer. Wichtiger ist aber der nun eingebaute Google Assistant, der besser kontextbezogen Infos liefern kann und Google Now ersetzt. Wie bereits in der Chat-App Allo vorgeführt kann er natürliche Sprache verstehen und greift auf bereits gesammelte Informationen zurück.

Google Event: Pixel (7 Bilder)

Das Pixel ist das erste Google-Phone, das komplett im Unternehmen entworfen wurde.

Inwiefern das System tatsächlich eigene Hardware verwendet, wie es Google während der Präsentation implizierte, bleibt abzuwarten. Bisher sind die beiden Pixel aber die einzigen Smartphones mit eingebautem Google-Assistenten. Darunter läuft Android 7.1, das zusammen mit den Pixel-Phones veröffentlicht wird. Erstmals kommen hier auch die System-Updates im Hintergrund über eine zweite Partition zum Zuge.

Ins System ist eine Support-Funktion integriert. Google Care soll von überall rund um die Uhr erreichbar sein. Zudem gibt es die Möglichkeit mit dem Service die Bildschirmansicht zu teilen, so dass dieser direkt helfen können soll. Eine ähnliche Funktion hatte Amazon bei seinem gescheiterten Fire Phone bereits angeboten. Ein mitgelieferter Quick Switch Adapter zum Anstecken soll den Wechsel von anderen Smartphones wie dem iPhone erleichtern.

Google bietet eigene Hüllen für die Geräte an, die der Kunde bei der Bestellung selber gestalten kann. Passend zum Aufdruck des "Live Case" gibt es dazu ein Hintergrundbild für das Gerät. In Deutschland konnte man die Hüllen bisher nicht bestellen – ob sich das beim Pixel ändert, ist noch unklar.

Der Preis für das kleine Pixel mit 32 GByte Speicher startet bei 760 Euro, für das Pixel XL mit 128 GByte werden 1010 Euro fällig. Wahlweise gibt es das Gerät in Silber, Schwarz und bei einigen Providern auch in einer blauen Variante. Ausgeliefert werden die beiden Pixel-Smartphones ab 20. Oktober. Ab heute sind sie in Deutschland bereits vorstellbar. Außer im Google Store werden die Geräte auch bei der T-Mobile verkauft.

Update: Preise und Details zu Google Care ergänzt. (asp)