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Google Play: Store-Updates, neue Spiele und Zukunftsvisionen

Auf dem Weg zur Weltherrschaft macht Google auch auf der Game Developers Conference 2017 Station. In San Francisco will der Konzern neue Spielentwickler für die Entwicklung von Mobil- und VR-Spielen für Google-Plattformen gewinnen.

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Google Play: Store-Updates, neue Spiele und Zukunftsvisionen

(Bild: Roland Austinat)

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Der Siegeszug der Android-Plattform ist nicht aufzuhalten. Laut Paul Bankhead, Director Product Management Google Play kamen im letzten Jahr über 300 Millionen neue Android-Nutzer in Wachstumsmärkten wie Indonesien dazu. Sagenhafte rund eine Milliarde Nutzer tummeln sich jeden Monat im Play Store und laden dort Apps und Spiele herunter. Die Herausforderung ist jedoch: "Nicht jeder Nutzer mag erst 20 Titel herunterladen oder sich gar von schicken Icons blenden lassen, bevor er ein Spiel findet, das ihm gefällt", so Bankhead. Google arbeitet daher an Feintuning-Algorithmen, um die Aktionen der Nutzer zu analysieren und verbessert gleichzeitig die Möglichkeiten für Entwickler, ihre Produkte besser aus dem Wust der Konkurrenz hervorzuheben.

Project Soli ist ein Miniatur-Radarsender, der die virtuellen Gesten einer Hand registrieren kann.

(Bild: Roland Austinat)

Dazu gehören das sogenannte Strike-Through-Pricing, seit Jahrzehnten aus dem Schlussverkauf bekannt: Neben einem Angebotspreis steht bald ein kleinerer, durchgestrichener Preis. Die Angebote ziehen: "Entwickler berichten von drei bis 20-mal höheren Umsätzen", erklärt Paul Bankhead. Im zweiten Quartal bringt Google außerdem von Menschenhand kurierte Seiten in den Play Store. Das kann beispielsweise eine Liste von fünf Rollenspielen nebst einer Einführung ins Genre sein – und warum diese Spiele besonders empfehlenswert sind. Google arbeitet außerdem an einer Vorschaufunktion, bei der auch Inline-Videos auf der App-Seite im Play Store zu sehen sind. Damit soll das Datenvolumen entsprechend eingeschränkter Kunden geschont und ein schnellerer Eindruck vom Spiel vermittelt werden. Gerade diese Funktion läuft schon seit Jahren erfolgreich auf Valves PC-Spielevertriebsplattform Steam.

Sammeln, Prügeln und Taktieren

Google will nicht nur den größten Markt, sondern auch die besten Inhalte besitzen. Etliche Spieldesigner stellten deshalb neue beziehungsweise bald erscheinende Titel vor. Niantics CEO Phil Keslin offenbarte, dass Monsterfänger in Pokémon Go bislang rund 8,7 Milliarden Kilometer zurückgelegt haben – das entspricht in etwa der Distanz Erde-Pluto. Für die Zukunft seien auch "sozial-kollaborative Spielelemente" und das Monsterfangen nicht nur zu Fuß geplant, wobei es dazu keine weiteren Details gab.

Jeff Howell und Mike McCarthy, CEO und Executive Producer bei Kabam, hatten Transformers: Forged to Fight im Gepäck, der am 5. April 2017 erscheint. Der Roboterprügler umfasst die gesamte Transformers-Historie, von der klassischen TV-Zeichentrickserie über die Kinofilme bis hin zu dem neuen Beast-Wars-Ableger. Dank neuer Grafik-Engine beherrscht der Titel Deferred Lighting und kann mit einem neuen Renderer Kollisionen von über 50.000 Partikeln in Echtzeit berechnen und in nur einem Draw-Call darstellen. Das Spiel macht starke Anleihen bei Kabams Marvel-Prügler Contest of Champions.

Project Jacquard ist ein kapazitiver Stoff, der sich in Kleidungsstücke einnähen lässt. So lassen sich Smartphones und Co. beispielsweise mit einem Tippen auf den Unterarm steuern.

(Bild: Roland Austinat)

Donald Mustard, Worldwide Creative Director bei Epic Games, zeigte Battlebreakers, ein taktisches Rollenspiel mit der Unreal Engine 4. Über 250 Helden puzzeln und kämpfen sich durch über 600 Level, knacken Kristalle und finden darin Gold, Schätze, Handwerksmaterial, aber auch Gegner. Bosskämpfe laufen auf Tastendruck automatisch und beschleunigt ab und bescheren neue Upgrades, Helden und Waffen. Insgesamt erinnert das "sehr bald" erscheinende Spiel an taktische Rollenspiel wie das bereits erhältliche Valkyrie Connect.

Senior Producer Erin Piepergerdes von den Mortal-Kombat-Machern Nether Realm Studios zeigte schließlich Injustice 2 – ein Prügelspiel im DC-Universum, in dem sich Superman, Batman, Catwoman, Vogelscheuche und Co. sich eins auf die Mütze geben. Der Vorgänge war nur als Begleitprogramm zum gleichnamigen Konsolentitel geplant, brachte Hersteller Warner Interactive nach Insiderangaben jedoch mehr Umsatz als die großen Geschwister. Mit gesammelten Rüstungssets ändern sich sowohl Aussehen als auch Fähigkeiten der Helden und Schurken.

VR und Zukunftsmusik

Neben klassischen Spielen setzt Google auch auf die Daydream-VR-Plattform. Indie-Designer Spryfox arbeitet an dem Koop-Siedlungsspiel Beartopia. Hinter der putzigen Optik steckt eine politische Botschaft: "Hier ist jeder Spieler ein Immigrant – und unser Ziel ist, dass unsere virtuellen Welten das Beste aus ihnen hervorbringen", erklärt Chief Creative Officer Daniel Cook. "Denn wenn wir unterschiedliche Leute aus allen Bereichen des Lebens mischen, entstehen starke Gemeinschaften." Weniger tagesaktuell ist Virtual Rabbids: The Big Plan. Erstmals soll der Spieler mit Ubisofts Anarcho-Hasen direkt interagieren können – etwa während einer Operation, bei der er ihnen mit Kopfbewegungen zu verstehen gibt, dass sie sein Herz doch besser an Ort und Stelle lassen sollten.

Pearl - der VR-Kurzfilm wurde in diesem Jahr für die Oscars nominiert.

Drei interessante Zukunftsperspektiven hob sich Google bis zum Schluss auf. Google Spotlight Stories ist ein Tool, um Geschichten in VR zu erzählen. Der damit entstandene Kurzfilm Pearl wurde gar für die diesjährigen Oscars nominiert. Project Jacquard ist ein kapazitiver Stoff, der sich in Kleidungsstücke einnähen lässt. So lassen sich Smartphones und Co. beispielsweise mit einem Tippen auf den Unterarm steuern. Levi's arbeitet an einer Jeans-Jacke mit dieser Technologie, die noch in diesem Jahr erscheinen soll. Zukunftsmusik ist hingegen noch Project Soli. Hier handelt es sich um einen Miniatur-Radarsender, der die virtuellen Gesten einer Hand registrieren kann. Damit sind Spiele denkbar, in denen man mit den Fingern rennt oder mit der flachen Hand nach oben schwebt, aber auch Experimente, in denen Soli anhand von Bewegungen und Materialeigenschaften Luft, Flüssigkeiten und Feststoffe identifizieren kann. (hag)

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