"Google Play edition"-Smartphones und -Tablets sterben aus

Google verkauft außer der Nexus-Serie keine Smartphones mit unverändertem Android mehr. Zwei Jahre nach der Vorstellung ist das Play-edition-Programm still und leise eingeschlafen. Nach Deutschland hatten es die Geräte erst gar nicht geschafft.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 73 Beiträge

Mit dem Samsung Galaxy S4 Google Play edition fing vor zwei Jahren alles an, nun ist auch ds letzte Gerät aus dem Play Store verschwunden.

(Bild: Google)

Von
  • Alexander Spier

Nach nur sechs Android-Geräten in knapp zwei Jahren ist die "Google Play edition" (GPe) offenbar am Ende. Noch steht eine Bestätigung seitens Google aus, doch mittlerweile ist kein Smartphone oder Tablet mehr aus dem Programm im Play Store erhältlich. Ähnlich wie die Nexus-Geräte von Google werden Smartphones in der Play Edition mit einem Standard-Android frei von Softwarezugaben der Hersteller ausgeliefert und als erste mit Android-Updates versorgt. Doch nun ist mit dem HTC One M8 auch das letzte GPe-Smartphone aus dem Angebot gefallen.

Das Ende der Play-Versionen zeichnete sich seit geraumer Zeit ab, das Samsung Galaxy S5 schaffte es trotz Ankündigung erst gar nicht mehr in den Play Store. Wie das für 2014 eigentlich erwartete und nie umgesetzte Silver-Programm passen auch die GPe-Smartphones offenbar nicht mehr in die Strategie von Google.

Für die Anhänger eines möglichst unveränderten Google-Android brechen damit wieder schwerere Zeiten an, waren die Play editions doch ein einfacher Weg populäre Geräte wie das Samsung Galaxy S4 oder das HTC One ohne die ungeliebten eigenen Oberflächen der Hersteller zu bekommen. Doch in den letzten Jahren hat Google abseits der Play edition einiges für einheitliche Oberflächen und schnellere Updates getan. So gibt es den Google Launcher seit August 2014 ebenso im Play Store, wie die Google-Tastatur oder die Kamera-App. Zumindest optisch kommt man so recht nahe an die reine Google-Lehre.

Ende eines ungewohnten Anblicks: Das HTC One M8 in der Play Edition.

(Bild: Google)

Die Android-Flaggschiffe der Hersteller bekommen zudem das Update auf Android 5.0 früher als bislang gewohnt. Im Play-edition-Programm fanden sich aber meist genau diese Top-Modellen, deren Vorteil der schnelleren Updates verpufft also gerade. Die Gründe zu einem Smartphone in der Play edition zu greifen sind in den letzten Monaten weniger geworden. Einzig der offene Bootloader der Spezialversionen bleibt ein nennenswerter Verlust.

Abseits der Entwickler-Gemeinschaft und Hardcore-Fans erlangten die GPe-Geräte zudem wenig Zuspruch. Erhältlich waren die Smartphones nur in den USA, wo der Markt von subventionierten Vertragsgeräten dominiert wird. Daher erschienen die Top-Geräte im Vergleich zu den regulären Ausgaben sehr teuer und wurde entsprechend selten gekauft. Abgesehen vom Motorola Moto G gab es nur teure High-End-Geräte in einer Play edition. (asp)