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Google Project Ara: Modulares Smartphone bekommt einen Prozessor

Googles Project Ara soll die Idee vom modularen Smartphone Wirklichkeit werden lassen. Alle Bauteile werden austauschbar sein. Den ersten Prozessor für das Gerät entwickelt nun der Billig-Hersteller Rockchip.

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Das modulare Smartphone

Ein modulares Smartphone, bei dem man einzelne Bestandteile austauschen kann, etwa um neuere Techniken einzusetzen? Oder um sich ein Wunschhandy aus verschiedenen Modulen selbst zusammenzustellen? Oder um die Umwelt zu entlasten, da bei kaputten Teilen nicht gleich das ganze Smartphone obsolet wird? Das leuchtet spontan ein. Damit die Idee aber tatsächlich funktioniert, also ein Smartphone aus austauschbaren Komponenten die Umwelt entlastet, müssen sehr viele Detailfragen beantwortet werden.

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Die Idee könnte den Mobilgerätemarkt revolutionieren: Google entwickelt unter dem Projektnamen Ara ein modulares Smartphone, dessen Bauteile wie Kamera, Speicher und Prozessor einzeln austauschbar sind. Zu letzterem hat Google nun in einem Beitrag auf Google+ erste Details bekannt gegeben. So entwickelt der Chiphersteller Rockchip einen CPU- Prototypen für Ara. Der Prozessor soll genauso leicht austauschbar sein wie beispielsweise eine Speicherkarte und zum Beispiel keinen weiteren Bridge-Chips benötigen. Details wie Taktungen oder Anzahl der Rechenkerne wurden noch nicht genannt. Der Prototyp soll erst Anfang 2015 fertig werden.

Rockchip war bislang eher für langsame ARM-Prozessoren in Billig-Tablets bekannt. Mit den High-End-Modellen beispielsweise des Konkurrenten Qualcomm konnten die Chips nicht mithalten. Da die Idee des modularen Smartphones aber gerade darauf abzielt, dass man sich auch zwischen leistungsfähiger und preiswerter Hardware entscheiden kann, werden wahrscheinlich auch noch andere Hersteller CPUs für das Project Ara entwickeln.

Begonnen hatte Ara mit dem Projekt Phonebloks des Niederländers Dave Hakkens, der in einem Youtube-Video seinen Traum von einem modularen Smartphone vorstellte. Seine Motivation waren vor allem weniger Elektroschrott und die Möglichkeit das Gerät reparieren zu können. Google griff die Idee auf und gründete die Abteilung ATAP, die das Projekt nun betreut. Mittlerweile hat der Konzern ein Modul-Entwicklungs-Kit (MDK) veröffentlicht und vergibt Preisgelder für die besten Module. (hcz)