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Google-Ranking: Ladezeiten von mobilen Webseiten stark verbesserungswürdig

Mit einer Geschwindigkeits-Rangliste wirbt der Web- und Android-Konzern für schneller ladende mobile Webseiten. Langsame Webseiten werden hingegen abgestraft.

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Spitzenreiter ist Deutschland indes beim schnellen mobilen Internet, für das viele Frequenzen bereitgestellt werden und das an vielen Orten verfügbar ist.

(Bild: dpa, Britta Pedersen)

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Nur fünf Prozent der deutschen Websites laden auf Mobiltelefonen in unter einer Sekunde. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von Google und der Mobile Marketing Association, die am heutigen Montag veröffentlicht wurde. Sieger des deutschen "Mobile Speed Leaderboards" ist dabei der Reiseanbieter Booking.com, der es in nur 0,7 Sekunden schafft, den Nutzern erste Inhalte anzuzeigen.

Für die Rangliste hatten die Organisationen zum einen die Daten von Android-Nutzern ausgewertet, die zum Chrome User Experience Report beitragen. Alleine für Deutschland kamen so Daten für 230.000 verschiedene Domains zusammen. In das Ranking wurden aber nur die 250 meistbesuchten Websites aus bestimmten Branchen aufgenommen.

Die schnellsten Mobil-Webseiten in Deutschland

(Bild: Google)

Positives Ergebnis: Zum einen haben sich die Ladezeiten im Schnitt deutlich verbessert. Die Branchen Karriere und Lieferdienste haben sich mit 25 Prozent am stärksten verbessert. Der Einzelhandel konnte die Ladezeiten um 13 Prozent, die Reisebranche um 19 Prozent senken. Werbefinanzierte Websites kommen in dem Ranking aber nicht vor.

Im internationalen Vergleich kommt Deutschland auf Platz 15 von 55 untersuchten Ländern. Im Schnitt dauert es hier 2,625 Sekunden, bis eine Webseite geladen ist. Am schnellsten luden die Webseiten in Taiwan. Hier dauerte die durchschnittliche Ladezeit 2,371 Sekunden. Der "One Second Club", der es gemäß Google-Empfehlungen schafft, Inhalte in weniger als einer Sekunde auf den Bildschirm zu bringen, ist in Deutschland gerade einmal acht Einträge lang.

Die Rangliste der Länder nach Mobil-Ladezeiten

Gemessen wurde hier der "First Contentful Paint" – also der Zeitpunkt, an dem einem Nutzer zum ersten Mal eine gerenderte Webseite angezeigt wird – selbst wenn noch nicht alle Elemente geladen wurden. Zugrundegelegt wurde hierbei eine 4G-Verbindung.

Die eigene mobile Website auf Geschwindigkeit zu optimieren, ist laut Google ganz im Interesse der Unternehmen. So hatte eine Akamai-Studie aus dem Jahr 2018 ergeben, dass 50 Prozent der Käufer abspringen, wenn eine Webseite drei Sekunden statt nur einer Sekunde lädt.

"Das Gewicht der Webseiten ist der wichtigste Faktor: Wie viele Kilobyte oder Megabyte werden übertragen?", erklärt Dominik Wöber, Head of Performance Sales bei Google, im Gespräch mit heise online. Aber auch aktive Inhalte seien ein wichtiger Bremsklotz: "Ein weiterer Hebel sind JavaScript-Dateien. Diese sollten minimiert und asynchron geladen werden, um den Rendering-Prozess nicht zu blockieren", betont Wöber.

Der Webkonzern Google hat ein elementares Interesse daran, den Aufruf von Webseiten so schnell und angenehm wie möglich zu gestalten. So bietet er mit den Accelerated Mobile Pages (AMP) eine Möglichkeit an, optimierte Inhalte direkt bei Google cachen zu lassen, um so die Auslieferung zu beschleunigen. Seit Juli 2018 ist die Ladegeschwindigkeit auch ein Ranking-Faktor bei der mobilen Google-Suche. Sehr langsame Webseiten werden abgestraft und landen weiter unten in der Suchergebnisliste. Genaue Grenzwerte nennt Google aber nicht.

[Update 25.06.2019 14:54]:

Die Angaben über die Verbesserung der Ladezeiten bei einzelnen Branchen wurden von Google nachträglich korrigiert. Dies wurde im Text angepasst, dort stand zuvor, die Branchen Karriere und Lieferdienste hätten sich mit 20 Prozent am stärksten verbessert..der Einzelhandel habe die Ladezeiten um 13 Prozent, die Reisebranche um 12 Prozent senken können. (jk)