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Google: Russland und Frankreich bei IPv6 vorn

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Eine auf der RIPE-Tagung in Dubai vorgestellte Studie von Google-Mitarbeitern hat die Verbreitung des Internet-Protokolls in Version 6 (IPv6) bei Endbenutzern untersucht. Sie kommt zu überraschenden Ergebnissen: So hatte Arbor Networks erst im vergangenen September einen weltweiten IPv6-Anteil von nur 0,0026 Prozent ausgemacht, laut der von August bis Oktober laufenden Google-Studie sind jedoch 0,238 Prozent aller Internet-Rechner mit IPv6 unterwegs. Bei weiteren 0,09 Prozent funktioniere die IPv6-Internetanbindung nicht korrekt, diagnostizieren die Wissenschaftler in ihrer Studie. Im gesamten Untersuchungszeitraum wuchs die Zahl der IPv6-Zugriffe stetig von 0,192 auf 0,238 Prozent.

IPv6-Verbindungen nach Ländern

(Bild: Google/RIPE)

Die Studie wertet die Daten zusätzlich geografisch aus: So beträgt der Anteil IPv6-Internet-Benutzer in Russland 0,76 und in Frankreich 0,65 Prozent; die Länder liegen damit weltweit an der Spitze. Die USA kommen dabei auf 0,45 Prozent und asiatische Staaten wie China und Japan liegen bei nur 0,24 und 0,15 Prozent. Die großen regionalen Unterschiede erklären sich nach Ansicht der Forscher durch Provider wie Free.fr, die ihren Kunden native IPv6-Zugänge über DSL bereit stellen. So gelangen in Nordamerika beispielsweise 95 Prozent aller IPv6-Nutzer über 6to4-Tunnel ins IPv6-Internet, in Frankreich müssen nur 5 Prozent diesen Weg wählen. In China liegt der Anteil nativer IPv6-Zugänge bei 71 Prozent.

Die Wissenschaftler werteten außerdem aus, mit welchen Betriebssystemen die Surfer per IPv6 unterwegs sind. Knapp 2,6 Prozent aller Rechner mit Mac OS X nutzen danach IPv6, Linux folgt mit 0,93 und Windows Vista mit 0,32 Prozent. 52 Prozent aller IPv6-Hits kommen von Mac-OS-X-Rechnern, die mit 6to4-Tunnel beispielsweise über den Apple-Router Airport Extreme arbeiten.

Google engagiert sich als einer der ersten großen Content-Provider für IPv6. So ist die die Suchmaschine des Unternehmens seit Anfang des Jahres auch aus dem IPv6-Internet erreichbar. (rek)