Google-Spammer müllen die Suchergebnisse zu

Die beliebte Suchmaschine Google wird immer öfter ausgetrickst. Mit entsprechendem Aufwand lässt sich die Trefferliste manipulieren.

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Von
  • Urs Mansmann

Der Begriff "Spam" bezog sich bislang auf unerwünschte Werbemails. In jüngster Zeit taucht er aber auch in der Diskussion um die Ergebnislisten der Suchmaschine Google auf. Immer häufiger findet man dort Ergebnisse, die mit dem ursprünglichen Suchbegriff nichts zu tun haben, oder man wird zu wirren Link-Sammlungen verwiesen. Das mindert den Nutzwert des Suchdienstes beträchtlich und sorgt für Ärger bei den Anwendern.

Die Stärke von Google war bislang die Ergebnisliste, die aus einer permanenten Abstimmung im Internet resultiert. Jeder Link von außen wird als Votum für die Webseite angerechnet und je höher die Relevanz der verweisenden Webseite, desto höher wird deren Stimme gewichtet. Mit diesem Algorithmus erwarb sich Google einen guten Ruf.

Doch das System leidet zunehmend unter Wahlbetrug: Findige Geschäftemacher, die Suchmaschinenoptimierer, tricksen Google aus, indem sie so genannte Linkfarmen aufbauen. Sie erschaffen ganze Netzwerke aus Seiten, die aufeinander verweisen, und führen so das Google-Ranking in die Irre. Andere nutzen die Tatsache, dass Gästebücher bei Google einen hohen Stellenwert genießen und verbessern so ihr Ranking. Besonders perfide ist das so genannte Google-Cloaking: Erkennt der Server, dass die Suchmaschine die Seite untersucht, präsentiert er ihr einen anderen Inhalt als einem normalen Surfer.

Google scheint gegen den Spam machtlos zu sein. Zwar gibt es ein gut verstecktes Formular, auf dem Anwender Spam-Seiten melden können, aber nur in den wenigsten Fällen verschwinden diese dann auch aus den Suchergebnissen. Ein Anti-Spam-Team wie andere Suchmaschinenbetreiber leistet sich Google offenbar noch nicht. Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie in der c't 20/03 (ab Montag am Kiosk). (uma)