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Google: Suchmaschinen sollen für Empfehlung unter Android zahlen

Künftig zeigt Android bei der Einrichtung eine Auswahl an Suchmaschinen an. Neben Google wird es drei Alternativen geben – die für die Empfehlung zahlen müssen.

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(Bild: Benny Marty/Shutterstock.com)

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Ab Frühjahr 2020 zeigt Google eine neue Suchmaschinen-Auswahl unter Android an, wenn Nutzer in der EU ein Smartphone oder Tablet einrichten. An dieser Stelle entscheiden die Anwender, welche Suchmaschine als Standard eingestellt wird und Suchanfragen etwa über den Homescreen durchführt. Außerdem können die Nutzer einen Standard-Browser festlegen. Änderungen sind nach der Einrichtung jederzeit möglich.

Eine ganz ähnliche Auswahl zeigt Google seit April im Play Store an und macht damit den Kunden deutlich, dass sie die freie Auswahl haben – es muss nicht immer Google sein. Die Vorschläge basieren auf Beliebtheit, die Reihenfolge sei zufällig gewählt, erklärte Google damals. Das soll sich ändern: Künftig sollen die Suchmaschinen für die Empfehlung bezahlen.

Android informiert künftig über Google-Alternativen.

(Bild: Google )

Anbieter, die unter den Vorschlägen zu finden sein wollen, müssen Google einen Preis nennen, den sie zu zahlen bereit sind. Diese Auktion soll für jedes Land in der EU stattfinden. Dabei soll es ein Mindestgebot geben, das Google derzeit jedoch noch nicht bekannt gegeben hat. Klar ist aber, dass die gebotenen Beträge geheim bleiben. Drei weitere Dienste neben Google wird Android den Nutzern empfehlen. Sollten jedoch keine Gebote eingehen, will Google die Auswahl der Suchdienste zufällig treffen. Die Deadline endet am 13. September.

Eine solche Auktion sei "eine faire und objektive Methode, um die Suchanbieter auszuwählen", meint Google laut The Verge. Auf diese Weise entscheiden die Dienste selbst, was ihnen eine Empfehlung während der Android-Einrichtung wert sei.

Das alles geschieht, weil die EU Druck macht und Google zu einer Rekordstrafe in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar verdonnert hat. Das Unternehmen habe seine Marktmacht missbraucht und Android als Druckmittel eingesetzt. Google soll künftig nicht mehr Chrome und die eigene Suche mit Android so eng verzahnen, wie es heute der Fall ist, forderte die EU. Android-Nutzer hatten schon immer die Möglichkeit, andere Browser zu installieren und als Standard-App festzulegen, betonte Google. (dbe)