Menü
c't Magazin

Google Text & Tabellen lernt zeichnen

vorlesen Drucken Kommentare lesen 20 Beiträge

Die Textverarbeitung aus Googles Webdienst Text & Tabellen enthält jetzt ein einfaches Zeichenwerkzeug, einem ausgewachsenen Vektorgrafikprogramm kann dieses aber nicht das Wasser reichen.

Nutzer der Online-Textverarbeitung von Googles Webdienst Text & Tabellen können ihre Schriftstücke jetzt mit Schemazeichnungen auf Vektorgrafik-Basis anreichern, ohne die Anwendung zu wechseln. Ein Klick auf den Menüpunkt Insert/Drawing öffnet ein separates Editorfenster, in dem eine kleine Auswahl an Zeichenwerkzeugen zur Verfügung steht: gerade und Freihandlinien, Pfeile sowie etwa hundert Formschablonen vom Rechteck über Halbmond und Parkverbotschild bis hin zur stilisierten Schriftrolle. Zeichnungsobjekte lassen sich skalieren, rotieren, gruppieren und rasten auf Wunsch an einem Grundgitter ein.

Der gestalterischen Freiheit sind allerdings einige Grenzen gesetzt: So hat der Zeichner nur die Wahl zwischen sieben festgelegten Linienbreiten und sieben Schriftarten bei der Option "Word Art" von der Formschablonenpalette – gewöhnliche Beschriftungen erscheinen sogar in einer Einheitstype. Text gibt man nicht direkt in die Grafik ein, sondern über ein einzeiliges Eingabefeld, er erscheint erst nach einem OK-Klick in der Zeichnung. Fortgeschrittene Vektorgrafikwerkzeuge fehlen. So kann man weder den Verlauf einer Freihandlinie ändern, indem man nachträglich Kurvenpunkte verschiebt, noch eigene gefüllte Formen aus Linien zusammensetzen.

Sicher, für einfache Infografiken in Textdokumenten braucht man sowas nicht wirklich. Aber Googles Zeichenbrett leidet noch unter zwei weiteren gravierenderen Einschränkungen: Erstens kann man seine Grafiken nicht separat speichern oder exportieren, sie bleiben stets an ein Textdokument innerhalb des Webdienstes gebunden. Zweitens bekommt die Zeichnungen nur der zu Gesicht, der eben jenes Textdokument online bei Google anschaut – beim PDF-Export des Dokuments beispielsweise erscheinen an Stelle der Grafiken nur weiße Lücken.

Siehe dazu auch:

(pek)