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Google-Tochter Waymo darf selbstfahrende Taxis auf die Straße schicken

Freie Fahrt für autonom fahrende Taxis – zumindest im US-amerikanischen Arizona. Waymo habe eine entsprechende Genehmigung erhalten und transportiert bereits im Testbetrieb Passagiere in fahrerlosen Mini-Vans.

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Waymo

(Bild: dpa, Waymo)

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Das zu Googles Mutterkonzern Alphabet gehörende Unternehmen Waymo hat bereits Ende Januar vom Verkehrsministerium des Bundesstaates Arizona eine Genehmigung erhalten, autonom fahrende Taxis zu betreiben. Das berichtet Bloomberg Technology unter Berufung auf Ryan Harding, einem Sprecher der Behörde. Waymo will die selbstfahrenden Taxis noch 2018 im Regelbetrieb auf die Straße bringen. Der Testbetrieb mit fahrerlosen Fahrzeugen laufe bereits seit November 2017. Waymo positioniert sich damit als Konkurrent zu den US-Fahrdiensten Uber und dem ortsansässigen Lyft.

Waymo setzt bei den autonomen Taxis auf Mini-Vans des Typs Chrysler Pacifica. Die Fahrzeuge besitzen einen Hybrid-Antrieb aus V6-Benzin- und Elektromotor. Die Autos sind mit Computertechnik, Sensoren und einer KI-Software ausgestattet, die den Straßenverkehr in Echtzeit analysiert und ein fahrerloses Fahren auch in Städten ermöglichen soll.

Rund vier Millionen Fahr-Meilen im realen Straßenverkehr soll das System nach Angaben des Unternehmens, das aus der Entwicklung von Googles Driverless Car hervorgegangen ist, bereits zurückgelegt haben. Das System habe aus den gesammelten Fahrdaten gelernt und gewinne dadurch immer mehr an Sicherheit. Vor dem Einsatz hat Waymo sein automnomes Fahrzeug etwa eine Milliarde Meilen in einer Simulation zurücklegen lassen.

Im Dezember 2017 hat Waymo ein "Early-Rider"-Programm aufgelegt. Der Testbetrieb findet derzeit in Phoenix im Bundesstaat Arizona statt, drei weitere Städte sollen in Kürze folgen. Kunden können sich dort ein Waymo-Taxi per App rufen und in einem Umkreis von 100 Meilen zum Ziel fahren lassen. Das geschehe bereits jetzt komplett fahrerlos. Zu Beginn hätte noch ein Fahrer im Fahrzeug gesessen, um bei brenzligen Situationen eingreifen zu können.

Die Fahrten sind für die Passagiere derzeit kostenfrei. In naher Zukunft soll der Dienst in den Regelbetrieb gehen. Waymo geht davon aus, dass das noch in diesem Jahr der Fall sein wird. Etwa 600 Mini-Vans könnten dann fahrerlos unterwegs sein und Passagiere befördern. Bei den möglichen Tarifen für eine Fahrt hält sich das Unternehmen noch bedeckt. Die Tarife werden aber vermutlich etwa die gleiche Höhe haben, wie sie der Fahrdienst-Konkurrent Uber derzeit mit seinen regulären Fahrzeugen mit Fahrer anbietet.

Uber plant selbst den Aufbau einer autonom fahrenden Taxi-Flotte. Zwischen Waymo und Uber hatte es wegen potenziellen Technologiediebstahls im Bereich autonomer Fahrzeugtechnik eine gerichtliche Auseinandersetzung gegeben, die im Februar in einem Vergleich beigelegt wurde. Waymo hatte als Entschädigung 0,34 Prozent Firmenanteile an Uber erhalten. Uber darf in seinen künftig autonom fahrenden Autos nur selbstentwickelte Technik verwenden. (olb)

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