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Google UK schaltet für Anbieter von akademischen Arbeiten keine Anzeigen mehr

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Google UK wird, wie BBC News berichtet, ab Juni in Großbritannien und später überall keine Werbung mehr für Dienste schalten, die das Schreiben von Aufsätzen, Essays oder Dissertationen für Studenten anbieten. Britische Universitäten hatten sich beschwert, dass Plagiate zunehmend die Anerkennung von Hochschulabschlüssen gefährden würden. Die Ankündigung von Google, Werbung für "akademische Dienste zum Schreiben von Arbeiten und den Verkauf von vorgefertigten Essays, Abschlussarbeiten und Dissertationen" zu der Liste von "verbotenen Inhalten" hinzuzufügen, wurde von Universitäten begrüßt, von Anbietern jedoch kritisiert, die sich unfair behandelt sehen.

Geschäftemachen mit Plagiaten, die zum Erhalt von Hochschulabschlüssen dienen, steht damit künftig neben "Gewalt verherrlichenden, rassistischen sowie Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen verunglimpfenden Inhalten", "pornografischen oder sonstigen nicht jugendfreien Inhalten", "Hacking- und Cracking-bezogenen Inhalten", "illegalen Drogen und Drogenzubehör" oder "Verkauf oder Werbung für Waffen und Munition (z. B. Schusswaffen, Kampfmesser, Gummigeschosswaffen)" bzw. für Bier und Spirituosen".

Professor Drummond Bone, Präsident des Hochschulsverbands Universities UK, ist erfreut über Googles Entscheidung: "Websites, die Hilfe zum Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten anbieten, behaupten, dass Studenten Hunderte von Pfund für vorbildliche Antworten zahlen, aber dann diese nicht als ihre eigenen Werke einreichen. Wir wissen alle, dass diese Behauptung absurd ist. Das Leben für diese zynischen "Essay-Fabriken" schwerer zu machen, ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Angeblich sollen jährlich bis zu 12.000 Texte in einem Jahr an Studenten verkauft werden, die an die Firmen bis zu 5.000 Pfund (7.340 Euro) für extra angefertigte Arbeiten zahlen. Geschrieben werden die Arbeiten vom akademischen Prekariat, also von freischaffenden Akademikern oder Studenten. Wenn die Texte individuell angefertigt sind, können sie von den Programmen zur Entdeckung von Plagiaten, die bereits von vielen Universitäten eingesetzt werden, nicht so leicht entdeckt werden.

Not amused von Googles Entscheidung ist beispielsweise Essaywriter.co.uk, da 80 Prozent der Kunden über Google angelockt werden. Die Firma bietet individuell von Akademikern geschriebene Texte mit hoher Qualität für jeden akademischen Zweck an, die nicht von Programmen zur Entdeckung von Plagiaten entdeckt werden können. Die Entscheidung von Google bestrafe, so die Firma, legitime Unternehmen, die Texte verkaufen, aber ihre Kunden warnen, diese nicht betrügerisch zu verwenden. Mit einem solchen Verbot könne man nicht verhindern, dass die Suchmaschine Links auf Websites von Firmen ausgebe, die ihren Kunden Texte in schlechter Qualität liefern. Aber immerhin macht nun Google auch kein Geschäft mehr mit den Plagiatsfirmen, die angeblich qualitativ bessere Produkte liefern und versprechen, dass ihre Texte nicht von den Anti-Plagiat-Programmen erfasst werden. (fr)