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Google: WLAN-Datensammlung verstößt nicht gegen US-Recht

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Google glaubt nicht, mit dem Sammeln von WLAN-Daten gegen US-Recht verstoßen zu haben, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Das Magazin beruft sich dabei auf einen Brief, den Google an drei US-Kongressabgeordnete bereits am vergangenen Mittwoch geschickt hatte. Die Abgeordneten veröffentlichten das Papier am Freitag.

Google-Pressesprecher Pablo Chavez erklärt darin, dass er das Sammeln von WLAN-Daten aus unverschlüsselten Funknetzen für nicht illegal halte. "Wir unterstreichen, dass es zwischen legal und legitim ein Unterschied gibt. Das Sammeln der WLAN-Daten war ein Fehler, für den wir um Entschuldigung bitten", fügt er hinzu.

Der Suchmaschinenbetreiber antwortet damit auf Fragen, die die Abgeordneten Ende Mai an das Unternehmen richteten. Damals war bekannt geworden, dass Google mit seinen Street-View-Wagen nicht nur Bilder aufnimmt, sondern auch WLAN-Daten sammelte, die bei unverschlüsselten WLANs Nutzdaten (Payload) und nicht nur die Funkzellenkennung (MAC-Adresse, SSID) umfassen. Des Weiteren enthalte der Brief bereits bekannte Erklärungen, etwa dass man bei Google über die WLAN-Datensammlung nichts wusste, auch niemals diese Daten genutzt und man das Sammeln eingestellt habe.

Soweit Google es feststellen konnte, wurden die Daten überhaupt nur zweimal gesichtet, erklärt Chavez weiter: Einmal durch den Entwickler der Sammelsoftware und ein zweites Mal durch einen Tester, der prüfen sollte, ob die Software falsche und unerwünschte Daten sammelt. Google könne bislang nicht sagen, aus wie vielen WLANs Daten gesammelt wurden oder wie hoch die Zahl der betroffenen Menschen sei. Zusätzlich zu den bereits bekannten habe das Unternehmen nun WLAN-Daten aus Irland, Dänemark und Österreich gelöscht, fügt der Google-Sprecher hinzu.

Laut WSJ will die für Verbraucherschutz und Kartellrecht zuständige US-Behörde Federal Trade Commission sich ebenfalls der Sache annehmen. Einige Abgeordnete fordern außerdem eine Anhörung. Die Behörden in Australien, Neuseeland, Deutschland, Spanien und Italien ermitteln bereits in diesem Fall. Ob Google gegen Gesetze anderer Staaten verstoßen habe, wollte kein Google-Sprecher bislang kommentieren. (rek)