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Google beantragt Börsengang [Update]

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Wie bereits erwartet, hat Suchmaschinen-Betreiber Google gestern bei der US-Börsenaufsicht SEC den Antrag für seinen Börsengang eingereicht. Insgesamt will Google für 2,7 Milliarden US-Dollar Aktien verkaufen. Das 768 Seiten umfassende Papier konkretisiert allerdings noch immer weder den Termin, noch angepeilte Preise. Das Wall Street Journal spekuliert, der Börsengang werde innerhalb der nächsten drei Monate stattfinden. Der Ausgabepreis der Aktie soll auf ungewöhnliche Weise im Zuge einer Auktion festgelegt werden, wie Google am Donnerstag mitteilte.

Zugleich legte Google in dem Antrag erstmals Geschäftszahlen vor. Demnach steigerte der Betreiber der populären Google-Websites im vergangenen Jahr den Gewinn um sechs Prozent auf 105,6 Millionen Dollar (88,7 Mio Euro) und den Umsatz um fast das Dreifache auf 961,9 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2004 wurde der Gewinn mit 64 Millionen US-Dollar bereits mehr als verdoppelt, ebenso wie die Erlöse mit 390 Millionen Dollar. Die Einnahmen kämen zu 95 Prozent aus der Werbung, hieß es. Das 1998 gegründete Unternehmen hat 1907 Mitarbeiter.

Die Aktien sollen an der Technologiebörse NASDAQ platziert werden. Bei der Auktion sollen Interessenten angeben, wie viele Aktien und zu welchem Preis sie haben möchten. Auf Grundlage dieser Daten wird ein Preis festgelegt, zu dem die Papiere zugeteilt werden. Bieter, die mit ihrem Gebot unterhalb des so ermittelten Preises liegen, gehen leer aus. Privatpersonen außerhalb der USA würden dabei nicht berücksichtigt, hieß es.

Um den Einfluss der neuen Anteilseigner auf das Geschäft zu reduzieren, werden die Aktien in zwei Typen aufgeteilt. Papiere der Klasse A haben eine Stimme, Titel der Klasse B zehn Stimmen. Das Management hält derzeit rund 150 Millionen von 234 Millionen B-Aktien, Brin und Page jeweils 38,5 Millionen. Beide würden einen "Bruchteil" im Zuge des Börsengangs verkaufen, hieß es.

Der Börsenwert des gesamten Unternehmens wird von Experten auf 20 bis 25 Milliarden Dollar geschätzt. Die Firmengründer Larry Page (31) und Sergey Brin (30) dürften durch den Börsengang schlagartig zu Milliardären werden. Im vergangenen Jahr verdienten sie dem Börsenprospekt zufolge vor allem durch Prämien jeweils rund 350.000 Dollar bei einem Grundgehalt von 150.000 Dollar. Der als Konzernchef engagierte ehemalige Manager der Computerkonzerne Sun Microsystems und Novell Eric Schmidt kam auf 550.000 US-Dollar.

Ein Google-Börsengang wurde bereits seit Monaten erwartet. Google musste seine Ergebnisse offen legen. In den USA ist dies Pflicht für Aktiengesellschaften mit mehr als 500 Aktionären. Diese Marke hatte Google überschritten. Da das Unternehmen nun wie eine börsennotierte Gesellschaft die Zahlen vorlegen müsse, könne es gleichwohl von den Vorzügen eines Börsengangs profitieren, hieß es.

Die Google-Gründer warnten in einem Brief an potenzielle Investoren vor übertriebener Euphorie. Laut Wall Street Journal läuft 2011 die Exklusiv-Lizenz für Googles Suchtechnologie aus. Die Patentrechte für das Verfahren liegen bei der Stanford University.

Zudem schläft auch die Konkurrenz nicht: "Wir betrachten Yahoo! und Microsoft als unsere schärfsten Wettbewerber", heißt es in dem Börsenprospekt. Der Portal-Pionier Yahoo! will Google mit einem neuen eigenen Suchsystem Kunden abjagen, und Microsoft siedelte seine Suchmaschine beim Onlinedienst MSN an. Außerdem will Microsoft-Gründer Bill Gates das neue Windows-System Longhorn mit umfassenden Suchfunktionen ausstatten. (wst)