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Google bringt Project Tango nach Deutschland

Über ein Jahr nach der Vorstellung des Entwickler-Tablets für das Project Tango, liefert Google das Android-Gerät mit 3D-Kamera nach Deutschland und weiteren Ländern. Ziel des Forschungsprojekts ist die exakte Erfassung der Umgebung über die Kamera.

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Project Tango

Mit Hilfe mehrerer Kameras, Infrarot- und Bewegungssensoren erfasst das Entwicklertablet aus dem Project Tango ein möglichst präzises 3D-Abbild seiner Umgebung.

(Bild: Google)

Google bietet die Entwicklerkits für das Project Tango ab sofort auch außerhalb der USA an. In Kanada und Südkorea ist das Android-Tablet bereits bestellbar, in 10 weiteren Ländern wird es ab dem 26. August erhältlich sein, darunter Deutschland und die Schweiz. Das schon vor geraumer Zeit vorgestellte Entwicklerkit hat als Besonderheit eine 3D-Kamera auf der Rückseite, mit der es seine Umgebung erfassen kann.

Die Daten erlauben nicht nur das einfache Vermessen der Wohnung und von Gegenständen. Apps und Spiele können die Tiefeninformationen verwenden, um den Nutzer zum Interagieren mit der Umgebung zu bewegen. Mithilfe der Unity-Engine lassen sich 3D-Welten und -Modelle aus den Aufnahmen erschaffen.

Auch Indoor-Navigation will Google damit verbessern, ohne auf GPS, WLAN oder Bluetooth-Beacons zurückgreifen zu müssen. Die Software soll auch Veränderungen wie verschobene Möbel erkennen und in ein bereits bestehendes Umgebungsmodell einarbeiten können. Ausführliche Demos zu Projekten gab auf der vergangenen Google I/O zu sehen.

Ausgestattet ist das 7-Zoll-Tablet mit Nvidia Tegra K1, 4 GByte Arbeitsspeicher, 128 GByte Flash-Speicher Full-HD-Display und LTE-Mobilfunk. Es ist ausdrücklich nur für Entwickler gedacht, bestellen kann es aber demnächst jeder über den Play Store. Für Deutschland ist die Bestellung noch nicht freigeschaltet, auch der Preis fehlt noch. Ursprünglich für 1024 US-Dollar verkauft, sank der Preis zur Google I/O im Mai auf die Hälfte. Wie hoch der Preis in anderen Länder sein wird sagt Google bisher nicht. Bisher habe man über 3000 Geräte abgesetzt und 13 Updates eingespielt, die unter anderem die Geschwindigkeit verbessern und den Sensoren-Drift reduzieren sollen.

Mit RealSense betreibt Intel ein ähnliches Projekt. Dessen 3D-Kameras stecken aber bereits in diversen, auch für Normalanwender vorgesehenen Notebooks und Tablets. Windows 10 nutzt die Technik zum Beispiel für eine zuverlässigere Gesichtserkennung durch "Windows Hello". (asp)

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