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Google droht 22,5 Millionen US-Dollar Strafe für Cookie-Betrug

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Google erwartet im Verfahren der US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission um Cookie-Betrug in Apples Web-Browser Safari offenbar ein höhere Strafe als zuvor vermutet. Die Behörde und das Unternehmen könnten sich laut einem Bericht des Wall Street Journal, das sich auf eingeweihte Personen beruft, auf eine Geldbuße in Höhe von 22,5 Millionen US-Dollar einigen. In früheren Berichten im Mai dieses Jahres war noch von 10 Millionen US-Dollar die Rede.

Apple blockt in Safari im Gegensatz zu anderen Browserherstellern standardmäßig Cookies von Dritten. Dies soll es erschweren, Nutzerspuren im Web auszuspähen. Einer Seite, auf der ein Anwender ein Formular in einem Werbebanner ausfüllt, erlaubte es Apple aber anfangs, einen Cookie zu setzen. Google versteckte ein unsichtbares Formular in einem +1-Button und täuschte dem Browser so einen Nutzerzugriff darauf vor. So konnte Google die Cookies Usern auf die Festplatte bringen.

Google und die FTC befänden sich kurz vor einer Einigung, heißt es in dem Bericht weiter. Die Geldbuße von 22,5 Millionen US-Dollar wäre demnach die höchste, die die Behörde jemals über ein einzelnes Unternehmen verhängt hat. Das Wall Street Journal hatte im Februar über die Praxis berichtet. Nachdem Google von den Recherchen der Zeitung erfahren hatte, wurde der Mechanismus entfernt. Google wies jedoch den Vorwurf zurück, damit User Tracking betrieben zu haben. Vielmehr habe das Unternehmen für angemeldete Google-Nutzer Funktionen bereitstellen wollen.

Die Tricks, um Safari Drittanbieter-Cookies unterzuschieben, werden schon lange verbreitet. Dass Google sie nutzte, entdeckte der Wissenschaftler Jonathan Mayer von der Stanford University. Außer Google schleusten auch Vibrant Media, Media Innovation Group und PointRoll über Werbung Cookies in den Safari. (anw)