Google entkoppelt Google+ von YouTube

YouTuber brauchen bald keinen Account bei Google+ mehr, um Inhalte zu posten oder Kommentare abzugeben. Das soziale Netzwerk soll sich derweil sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren – Streams, Fotos und Sharing.

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Bald ist für Youtube-Kommentare keinKonto auf Google+ mehr nötig.

(Bild: Screenshot)

Von
  • Herbert Braun

Um etwas auf YouTube zu posten, brauchen Nutzer bald keinen Account auf Google+ mehr. Keine zwei Jahre ist es her, dass Google die Nutzer von YouTube gezwungen hat, fürs Posten und Kommentieren einen solchen Account zu benutzen. Neben einigen Vorteilen wie der Möglichkeit, nicht-öffentliche Kommentare abzugeben, brachte das aber auch einen Klarnamenszwang mit sich – was eingefleischte YouTuber nachhaltig verärgerte.

Seit vergangenem Jahr ist der Klarnamenszwang bei Google wieder Geschichte und nun verabschiedet sich der Suchmaschinenkonzern von der grundsätzlichen Idee hinter Google+. Ein normaler Google-Account, der nichts über seine Aktivitäten veröffentlicht und keine Follower kennt, soll künftig genügen. Das Unternehmen will auch denjenigen, die ein Google+-Konto für Google-Dienste benutzen, den Umstieg ermöglichen.

Die Umstellung betrifft vor allem YouTube. Ab sofort können Diskussionen über Videos wieder auf dem Videoportal und auf Google+ getrennt verlaufen, was sich wegen der unterschiedlichen Communities und Kulturen auf beiden Netzwerken viele Nutzer gewünscht haben. Trotz der Trennung kehrt YouTube aber nicht einfach zum alten Kommentarsystem zurück, sondern behält einige der Features; so können die Veröffentlicher weiterhin Kommentare moderieren. "In den kommenden Wochen" sollen sie dann komplett ohne Google+-Account auskommen dürfen.

Weitere betroffene Dienste hat Google bisher nicht genannt. Gmail, eine der wichtigsten Stützen des Internet-Konzerns, verzichtet bereits seit September darauf, neuen Nutzern ein Konto bei Google+ aufzunötigen.

Dem naheliegenden Gedanken, dass dies das Ende von Google+ einläuten könnte, trat der zuständige Vorstand Bradley Horowitz jedoch umgehend entgegen: "Befreit von der Idee, jedes andere Google-Produkt zu integrieren, kann Google+ sich jetzt darauf konzentrieren, was es bereits ziemlich gut macht: Millionen von Nutzern auf der Welt dabei helfen, sich über ihre Interessen zu verbinden. Die Seiten des Produkts, die nicht zu diesem Ziel beitragen, wurden oder werden entfernt." So verlagern sich beispielsweise einige Google+-Features in die Photos-App und in Hangouts. Google+ wolle sich auf "SPS" konzentrieren: Streams, Fotos und Sharing. Die Rolle als Identitäts-Provider gehört nicht mehr dazu.

[Update 28.07.2015 – 18:00] Ob in Zukunft auch im Play Store ohne Google+-Account kommentiert werden kann, wurde explizit nicht erwähnt. (mho)