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Google entlässt Google+ aus dem Feldtest

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Nachdem in den letzten Tagen und Wochen schon viel darüber spekuliert wurde, wie Google mit seinem vor kurzem in einen Feldtest gestarteten Social Network weiter verfahren werde und wie erfolgreich es überhaupt sei, entlässt der Suchmaschinenkonzern Google+ nun aus dem Feldtest: "Ab jetzt kann jeder bei Google+ mitmachen - es ist keine Einladung mehr nötig", schreibt Vic Gundotra, Senior Vice President Engineering bei Google, in einem Blogpost. Laut Gundotra werden weltweit täglich eine Milliarde Posts über Google+ geshared. Als fertiges Produkt möchte Google das Netzwerk aber weiterhin nicht bezeichnen, sondern spricht Google-üblich von einer Beta-Phase. Was nur zu verständlich erscheint, fehlt es doch noch viele an einigem, darunter nicht zuletzt eine vollständig zugängliche Programmierschnittstelle, die Integration anderer Google-Dienste wie das ebenfalls noch im (frühen) Beta-Stadium befindliche Google Music oder die Klärung der Auseinandersetzung um die Klarnamenpolitik. Gerade die Sperrung diverser Accounts wegen der Nutzung von Pseudonymen und das strikte Verlangen Googles nach Verwendung von herkömmlichen Konventionen genügender Klarnamen hat in letzter Zeit für einige Diskussionen und hitzige Debatten gesorgt.

Neben der Freigabe des Zugangs zu Google+ hat Google zudem weitere Neuerungen eingeführt (die bislang schon durchgeführten Änderungen und Verbesserungen lassen sich in einem "What's New"-Dokument verfolgen). So gibt es endlich eine Such-Funktion in Google+, die in der Ergebnisliste Accounts und Beiträge in Google+ sowie Webfundstücke anzeigt. Viele Änderungen gab es bei Hangout, dem integrierten Video-Chat mit Gruppenfunktion. Hangouts gibt es nun auch in der Google+-App für Android-Handys, die iOS-Version soll in Kürze nachziehen. Hangouts können nun auch eine Art TV-Station in Google+ darstellen: Ein gestarteter Hangout lässt sich auf "On Air" schalten; jeder Google+-User kann ihn sich dann anschauen, ohne daran teilnehmen zu müssen. Auch an On-Air-Hangouts, die sich zudem aufzeichen lassen, können bis zu 10 User gleichzeitig teilnehmen. Solche On-Air-Hangouts sollen aber erst für einige User freigeschaltet werden. Neben einigen weiteren erweiterten Funktionen wie Bildschirmfreigabe oder gemeinsame Arbeit mit Google Docs über Hangouts hat Google zudem eine API für Hangouts freigegeben. Die Programmierschnittstelle, über die schon länger spekuliert wurde, soll Entwicklern die Möglichkeit geben, eigene Anwendungen mit Hangouts zu integrieren.

Google will die Funktionen über die kommenden Tage hinweg weltweit für alle Google+-Nutzer einführen. Bereits als verfügbar angekündigt sind zudem erweiterte Funktionen für die Google+-Apps für Smartphones; dazu gehört auch die Umbenennung der "Huddle"-Textchats in "Messenger", der nun Foto-Sharing unterstützt. Für viele User mit beschränktem Arbeitspeicher in ihrem Android-Smartphone dürfte die Funktion, die Google+-App von der SD-Card aus auszuführen, eine große Erleichterung sein, benötigt die App doch einigen Speichzerplatz. Für zukünftige Änderungen hat Google bereits eine Liste mit den am häufigsten genannten Wünschen aufgestellt. (jk)

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