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Google ersetzt Pistolen-Emoji durch Wasserpistole

Google ändert sein Pistolen-Emoji und ersetzt die gefährliche Schusswaffe mit einer knallbunten Wasserpistole. Apple, Twitter und Samsung haben die Waffen bereits abgelegt, Facebook will folgen.

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Google ersetzt Pistolen-Emoji mit Wasserpistole

Super Soaker statt Schusswaffe: Google ändert sein Pistolen-Emoji.

(Bild: Emojipedia )

Mit dem Erscheinen von Android P überarbeitet Google seine Emojis. Eine auffälligere Änderung betrifft das Pistolen-Emoji: Die gefährliche Schusswaffe wird durch eine harmlose Wasserpistole ersetzt, berichtet Emojipedia mit Verweis auf das "Noto Color Emoji"-Repository auf GitHub. Über die EmojiCompat-Library werden die Emojis an Android-Geräte ausgeliefert. Das neue Pistolen-Emoji erinnert an eine "Super Soaker" mit großem Wassertank.

Google folgt mit der Entschärfung des Waffen-Emoji einem Trend: Den Anfang machte Apple 2016 und stellte mit iOS 10 auf eine Wasserpistole um. Vorher hatten Aktivisten unter dem Hashtag #DisarmTheiPhone (entwaffnet das iPhone) dazu aufgerufen. Samsung änderte sein Pistolen-Emoji mit dem Erscheinen des Galaxy S9: Seither ist eine knallgrüne Spielzeugwaffe zu sehen. Auch Twitter folgte dem Beispiel in diesem Jahr. Facebook und Microsoft sind weiterhin schwer bewaffnet. Doch das soziale Netzwerk will die Waffe bald austauschen, bestätigte ein Sprecher gegenüber Emojipedia.

Google hatte sich bislang verhalten gezeigt, was eine Änderung des Emojis betraf. Die Google-Art-Direktorin Rachel Been etwa sagte 2016 noch: "Wir glauben an die plattformübergreifende Kommunikation, deshalb halten wir an der Waffe fest." Seitdem ist viel passiert, gerade in den USA – Amokläufe mit Schusswaffen gehören dort fast schon zum Schulalltag.

Die meisten IT-Firmen haben das Pistolen-Symbol entschärft. Nur Microsoft und Facebook schießen noch scharf.

(Bild: Emojipedia )

Emojis sind längst selbstverständlich in der Alltagskommunikation. Wichtig ist dabei eine gewisse Einheitlichkeit: Wer aus Spaß eine harmlose Wasserpistole verschickt, muss sich sicher sein, dass sie auf anderen Geräten auch als solche angezeigt wird. Andernfalls kann es zu Missverständnissen kommen. Jeder Hersteller entscheidet selbst, wie er die Emojis gestaltet. Für Ordnung sorgt das Unicode-Konsortium, das auch Emojis in seinen internationalen Standard aufnimmt. Mit Unicode 11.0 wächst das Angebot weiter: 157 neue Gesichter und Gegenstände wird es geben, darunter etwa das "Gesicht mit drei Herzen".

Im November 2017 hatte das Burger-Emoji für eine heitere Kontroverse gesorgt: Die Google-Designer hatten den Käse völlig falsch positioniert, nämlich unter dem Fleisch, direkt auf dem Brötchen. Es entbrannte eine hitzige witzige Diskussion, in die sich sogar Google-Chef Sundar Pichai einschaltete. Er versprach augenzwinkernd: "Will drop everything else we are doing and address on Monday :)" In Android 8.1 hat Google den Käse dann korrekt positioniert (also auf dem Fleisch).

Update, 26. April: Inzwischen hat auch Microsoft erklärt, das Pistolen-Emoji auszutauschen. Auf Twitter veröffentlichte das Unternehmen ein Vorschau-Bild, das eine grüne Wasserpistole zeigt. "We are in the process of evolving our emojis to reflect our values and the feedback we’ve received", schrieb Microsoft. (dbe)