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Google feiert 15. Gmail-Geburtstag

Googles Mail-Dienst Gmail wird 15 Jahre alt und bekommt zum Geburtstag eine neue Funktion: Nutzer können E-Mails ab sofort zeitversetzt verschicken.

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Gmail feiert 15. Geburtstag.

(Bild: Google )

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Ist das ein Scherz? Nein, tatsächlich erschien am 1. April 2004 eine Pressemitteilung von Google, die über den Beta-Start von Gmail informierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte es schon länger Gerüchte über einen Mail-Dienst von Google gegeben. Daraus machte sich das Unternehmen einen großen Spaß und formulierte die Mitteilung extra lax, um Journalisten zu veräppeln: "Der Stil der Pressemitteilung sowie die dort erwähnten Features des neuen Diensts ließen viele Redaktionen zweifeln", schrieb heise online damals.

Gmail wird also wirklich 15 – und bekommt zur Feier des Tages eine neue Funktion spendiert. Ausgehende Mails können die Nutzer auf einen bestimmten Versandtermin festsetzen und verspätet abschicken lassen ("E-Mails vorplanen"). Kein Witz, betont Google in seinem aktuellen Blog-Eintrag, der an den Geburtstag erinnert und zurückblickt: 2004 hatten die Nutzer mit überfüllten Posteingängen zu kämpfen, denn viel Platz gab es bei GMX, Yahoo, Hotmail & Co. nicht. Da kam Google und bot einen satten Gigabyte Speicherplatz. Kostenlos. "Kein Wunder, dass die Welt dachte, es sei ein Streich", schreibt Gmail-Produktmanager Tom Holman. Geld verdiente Google lange Zeit mit den Mail-Inhalten und kontextbezogener Reklame. Das ist heute nicht mehr so: "Der Inhalt der Nachrichten in Gmail wird nicht mehr gescannt, um die Anzeigen zu personalisieren", erklärt eine Google-Managerin 2017.

Außer mit einem großzügig bemessenen Speicherplatz wollte Gmail mit einem starken Spam-Filter überzeugen. Schon damals waren unerwünschte Mails ein ernstes Problem. Heute blockiert Gmail fast 10 Millionen Spam-Mails – pro Minute. Künstliche Intelligenz hilft und versucht, bestimmte Muster zu erkennen, die typische (und untypische) Spam-Mails ausmachen. Sowieso ist Gmail seit seinem Start vor 15 Jahren schlauer geworden: "Smart Compose" etwa hilft beim Schreiben von Mails und spart viel Zeit. Das Feature ist ab sofort auf allen Android-Geräten verfügbar (und nicht mehr nur auf dem Pixel 3).

Eine Schönheit war Gmail 2004 nicht unbedingt.

(Bild: Google)

Gmail kommt bei den Nutzern gut an, weltweit gehört es zu den beliebtesten Mail-Programmen. Der globale Marktanteil liegt laut Statista bei 27 Prozent – nur der Mailclient auf dem iPhone ist erfolgreicher, aber nur ein bisschen (28 Prozent). Laut Google nutzen heute "mehr als 1,5 Milliarden Menschen" und "über 5 Millionen Unternehmen" Gmail.

Zu einer kleinen Kontroverse kam es vergangenen Sommer. Da kam ans Licht, dass Entwickler von Gmail-Apps die E-Mails von Nutzern lesen konnten. Das sei "übliche Praxis", behauptete ein Experte. Ganz so schlimm war es aber nicht, denn es ging um all jene Gmail-Nutzer, die Drittanbietern bestimmte Berechtigungen eingeräumt haben. Google beschwichtigte und erklärte: "Niemand bei Google liest Ihre Mails". Nur in "ganz bestimmten Fällen" greift Google auf E-Mails zu, bittet den Betroffenen aber immer um Erlaubnis. Einen Hinweis auf Datenmissbrauch gebe es nicht.

Vor einem Jahr verpasste Google seinem Mail-Dienst ein neues, frisches Aussehen im Material Design. Dieses "wichtige Update" sollte Nutzern und Unternehmen helfen, "sicherer, schneller und effizienter" zu arbeiten. Die vergangenen 15 Jahre seien kein Witz gewesen, obwohl Gmail an einem 1. April online ging, fasst Produktmanager Holman abschließend zusammen. "Und wir freuen uns auf das, was kommen wird." (dbe)