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Google+ führt Gesichtserkennung ein

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Google+ führt eine Funktion namens "Find my face" zur automatischen Erkennung der Personen auf hochgeladenen Fotos ein. Sie soll es Nutzern erleichtern, ihre Kontakte im eigenen Fotoalbum zu markieren. Matt Steiner von den Entwicklern, die für die Photo-Features bei Google+ zuständig sind, gibt in einem Google+-Posting Beispiele, wie die Gesichtserkennung sich dem User darstellt.

Der Facebook-Konkurrent betont, sich bei der Umsetzung an die Vorgaben deutscher Datenschützer gehalten zu haben. "Wir wissen, dass der Datenschutz bei Gesichtserkennungs-Technologie eine empfindliche Angelegenheit ist", sagte der Datenschutzbeauftragte von Google, Peter Fleischer, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Konkurrent Facebook liegt derzeit wegen einer ähnlichen Funktion mit Behörden im Clinch.

Laut Tagesschau kündigte eine Google-Sprecherin an, dass rund 10 Prozent der Google+-Nutzer schon seit der Nacht von Donnerstag auf Freitag entscheiden können, ob sie Find my face auf die von ihnen hochgeladenen Fotos ansetzen wollen. Die Funktion soll dann in den nächsten Tagen weltweit scharf geschaltet werden. Wenn eine Person in einem Foto getaggt wird, fragt Find my Face sie aber noch einmal, ob sie damit einverstanden ist.

Google hatte erst im Juli dieses Jahres die Firma Pittsburgh Pattern Recognition übernommen, die als Spinoff des Robotik-Instituts der Carnegie Mellon University seit 2004 Software zur Identifizierung von Gesichtern auf Fotografien und in Videos anbietet. Die Firma ist im Besitz einiger Patente zur Gesichtserkennung; Google wollte mit der Übernahme offensichtlich die eigene Gesichtserkennungstechnik ausbauen und verbessern. Nach der Einführung von Goggles, mit der man auf dem Smartphone beispielsweise Sehenswürdigkeiten oder Gegenstände identifizieren kann, hatte es bereits Bedenken gegeben, Google plane eine Gesichtserkennung mittels Smartphone-Kamera. Dies hatte der Internetkontern aber stets zurückgewiesen.

Der zuständige Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar bewertete die Versprechungen von Google positiv. So sei vorgesehen, dass eine Erfassung biometrischer Daten nicht ohne Zustimmung der Nutzer erfolge. Seine Behörde müsse die Aussagen noch überprüfen. "Die Ankündigungen legen aber durchaus den Schluss nahe, dass Google, anders als Facebook, offenbar erkannt hat, dass eine erfolgreiche Einführung von Diensten mit neuen Technologien gerade auch die Belange des Datenschutzes berücksichtigen sollte», erklärte der Jurist laut dpa.

Caspar wirft Facebook vor, die Gesichtserkennung in Europa eingeführt zu haben, ohne die Nutzer zu informieren und eine "unmissverständliche Einwilligung" einzuholen. Er will über eine Ordnungsverfügung dafür sorgen, dass das Unternehmen seine Einstellungen ändert. Caspar ist sowohl für Google als auch für Facebook zuständig, weil beide Unternehmen in Hamburg ihren Deutschland-Sitz haben. Google hat auch den Datenschutzbeauftragten von Irland informiert - dort ist der Europasitz.

(it)